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Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde!
Oktober 2002
Wir möchten uns recht herzlich für alle bisher eingegangenen Spenden für unser Tierheim in Andalusien bedanken. Seit Mitte September sind wir hier vor Ort. Wegen der gewaltigen Unwetter, die im Frühjahr in Südspanien gewütet haben, ist unser Haus noch nicht fertig geworden. Im Moment haben wir mit unseren beiden Hunden eine Ferienwohnung gemietet. Unsere Wohnung in Deutschland haben wir schon aufgegeben. Aber wir sind nicht untätig. Wir nehmen jetzt den Zaun in Angriff. Mit den bisher eingegangenen Spenden können wir ca. 1/3 des Grundstückes einzäunen. Die Arbeit des Zaunziehens übernehmen mein Lebensgefährte und ich selbst, weil ein Kostenvorschlag mit ca. 9000,- EURO zu Buche geschlagen hätte. Das übersteigt unser Budget. Da der Boden reiner Felsen ist, brauchen wir aber einen spanischen Handwerker der mit einer Steinbohrmaschine die Löcher für die Pfosten bohrt. Wo es Zaun und Pfosten am günstigsten zu kaufen gibt, haben wir inzwischen ausfindig gemacht.
Wir waren auch im Rathaus der Gemeinde um eine Genehmigung für ein Tierheim zu erhalten, falls irgendwann später in der Nähe unseres Grundstückes ein Haus gebaut werden sollte um evtl. Beschwerden vorzubeugen. (Was im Moment nicht aktuell ist, aber Vorsicht ist besser als später Ärger mit den Nachbarn.) Bei dieser Gelegenheit wollten wir gleich eine Bescheinigung der Gemeinde, dass uns die Tierfänger alle Tiere aushändigen müssen, die wir bei uns aufnehmen können, bevor sie auf grausame Weise umgebracht werden. Man sollte meinen dass dies selbstverständlich ist, aber das ist leider nicht so. Es hängt immer von der jeweiligen Laune dieser Männer ab, für die das eine ganz normale Arbeit ist. Und wir sind auch absolut nicht gewillt, diesen Herren jedes Mal ein Bestechungsgeld zuzustecken.
Nachdem wir zusammen mit unserem Herren Gonzales (er und seine Frau sind ausgesprochen tierliebende Spanier und helfen uns bei den Behördengängen) den halben Vormittag im Rathaus verbracht haben, erfuhren wir, dass der zuständige Sachbearbeiter in Madrid ist und erst in einigen Wochen zurückkommt. Wir sind dann auf jeden Fall wieder dort.
Sobald das erste Drittel des Zaunes fertig ist, beginnen wir mit dem Fundament für das Katzenhaus. Überall sehen wir viele Katzenbabies. Die Spanier, die in der Ferienwohnanlage wohnen, sind zumeist aus Malaga und kommen an den Wochenenden und in den Ferien hierher. Es sind keineswegs arme Menschen. Eine einmalige Kastration ihrer Tiere könnten sie sich gewiss leisten. Es fehlt jedoch einfach an der Einsicht dieser Notwendigkeit. Nach den Ferien sind die Kätzchen sich selbst überlassen, bis zu den nächsten Ferien gibt es ja wieder Neue. Jedes ungeborene Leben ist hier erspartes Elend! Der nächstgelegene Tierarzt nützt allerdings seine Monopolstellung mit den Preisen auch etwas aus. Kastrieren kostet für eine Kätzin 60 EUR, für eine Hündin 120 EUR, für einen Rüden 80 EUR Ein handwerklich sehr begabter alter Freund in Deutschland hat mit einen Operationstisch geschweißt. Somit können ab und zu Tierärzte aus Deutschland einen Arbeitsurlaub bei uns verbringen und direkt im Haus bei uns operieren.
Wir hoffen, dass wir spätestens an Weihnachten in unser Haus einziehen können und dass wir bis dahin die Außenanlagen selbst soweit vorangebracht haben, dass wir endlich Tiere aufnehmen können.
Wir benötigen aber dringend weitere Spenden, damit wir den restlichen Zaun erstellen und die in südlichen Ländern unverzichtbare Hundequarantäne bauen können. Die Maurerarbeiten werden wir aus Kostengründen selbst übernehmen. Mein Lebensgefährte hat die nötigen Erfahrungen hierfür.
Nochmals herzlichen Dank für Ihre Hilfe. In der Hoffnung auf Ihre weitere Unterstützung verbleiben wir
Barbara Steppert Reinhard Siedersbeck
Benajarafe (Süd-Spanien - Andalusien)
Sicher interessiert es Sie, liebe Tierfreunde, wie weit Frau Barbara Steppert in Benajarafe seit ihrem letzten Bericht vorangekommen ist Hier können Sie das Wichtigste zusammengefasst aus ihren Briefen vom 31.12.2002 an uns nachlesen:
Bevor wir nach Spanien gekommen sind waren wir der Meinung, dass wir unser Hauptaugenmerk auf die vielen armen Hunde in aussichtslosen Situationen richten müssen und dass das Katzenelend etwas weniger ausgeprägt ist. Deshalb wollten wir vorrangig eine Hundequarantäne errichten, anschließend ein Katzenhaus bauen. Jetzt ist alles etwas anders gelaufen als geplant (...).
Benajarafe ist ein kleines Dorf. Bis zum heutigen Tag haben wir 41 Katzen eingefangen und kastrieren lassen, 8 kleine Kätzchen durften wir zu einer Bekannten auf deren Finca bringen (..: Anmerkung: 29 Kastrationen hat ,,Stimme der Tiere e.V.“ bezahlt. Den Rest hat Frau Steppert privat aufbringen müssen. Wir zählen auf Ihre Spende, um sie bei dieser Aktion weiterhin unterstützen zu können, die sie gerne noch ausdehnen möchte). Das Leben für die Katzen hier auf den Straßen ist gefährlich durch Autos, Mopeds, steinewerfende Kinder und Giftköder auslegende Erwachsene. Trotzdem bleibt immer eine große Überpopulation (...).
Inzwischen hat sich hier herumgesprochen, dass 2 Deutsche im Ort sind die sich um die Tiere kümmern. Immer wenn wir mit unserem Ford Transit unterwegs sind kommen die Leute und sprechen ihr Wohlwollen aus, weisen uns noch auf andere Katzenkolonien in der Nähe hin, die wir auch versorgen und kastrieren lassen sollen. Wir haben es leider noch nie erlebt, dass sich jemand interessiert, wer denn diese Kastrationskosten bezahlt. Es gibt aber auch verletzte und kranke Tiere an den Futterstellen, die sogar von den hier lebenden Deutschen Namen bekommen haben, aber zum Tierarzt bringen sie diese nicht. Einer von diesen war Kater Schwänzchen. Bereits seit 9 Wochen war den Menschen bekannt, die die Katzenkolonie in der er lebte mit Essensresten versorgten, dass ihm der Schwanz Stück für Stück abfault (daher dieser Name!). Niemand aber unternahm etwas dagegen. Spanier sind auf diesem Gebiet noch nicht soweit, aber von Deutschen, die schon Jahre hier leben, sollte man doch annehmen, dass sie sich etwas einfallen lassen um einem kranken Tier zu helfen (...).
Am ersten Tag erwischten wir Schwänzchen nicht, dafür aber 3 Kätzinnen. Diese liegen mir besonders am Herzen, denn jedes ungeborene Kätzchen wegen vorgenommener Kastration bedeutet sehr viel erspartes Elend. Das Leben auf der Straße ist hart genug und gefährlich, da reicht es wenn sich eine Katze nur um sich selbst kümmern muss und nicht noch Nachwuchs versorgen muss. Aber am nächsten Tag marschiert Schwänzchen schön in die Falle und es ist allerhöchste Zeit für ihn! Der verbliebene Stummel ist feuerrot und das Blut tropft nur so. Man kann sich nur wundern wie ein Tier in diesem Zustand überleben kann. Unser Tierarzt Jose Carlos amputierte was noch da war (...). Nach 2 Tagen müssen wir ihn wieder frei lassen in der Hoffnung, dass er sich nicht die Fäden zieht. Wir sind für solche Fälle noch nicht eingerichtet. Unser Katzenhaus ist noch nicht fertig (...). Wir haben also umdisponiert und im Moment ist das Katzenhaus am Entstehen. Anfang Dezember wurde das Fundament gemacht, 25 qm Grundfläche. Da die Spanier das Arbeiten nicht erfunden haben und wir dringend darauf warten die ersten besonders gefährdeten Katzen schnellstens dort unterzubringen, haben wir hier lebende deutsche Handwerker um Hilfe gefragt. Diese verlangen aber ungezogene Preise. Über unseren Tierarzt haben wir dann zum Glück 2 Russen gefunden und engagiert (...).  Am 23.12.02 haben die beiden angefangen und es ist eine Wohltat zu sehen, wie das Häuschen wächst. Für Material und Arbeitslohn mussten wir bisher ca. 4000,- EURO aufbringen.
 Da wir ein sehr großes Grundstück haben, möchten wir den Katzen auch einen großen Auslauf bieten. Eine Idee wäre zum Beispiel einen mit Gestänge überdacht (wie bei einem Treibhaus hier) und darüber Netze gespannt. Denn auch vor Jägern müssen wir die Katzen schützen.
Am liebsten würden wir an eine Seite des Hauses noch einen großen Wintergarten anbauen. Denn, obwohl noch gar nicht fertig, ist die Fläche des Katzenhauses fast schon wieder zu klein. Es gibt einfach zu viele Katzen hier, die zum Kastrieren noch zu jung sind und die wir bis zu diesem Zeitpunkt kurzfristig unterbringen müssen, damit die Vermehrung nicht unvermindert weiter geht
Außerdem werden sicher immer einige kranke oder behinderte Tiere, die nicht vermittelt werden oder in die Freiheit zurück gebracht werden können, bei uns bleiben und in Sicherheit und Frieden auf unserer Finca ihr Leben genießen dürfen.
Für den Freilauf fehlen uns noch finanzielle Mittel, so können wir ihn vorerst nur klein und provisorisch anlegen. Auch das Hundehaus ist in weite Ferne gerückt. 6 Welpen aus der Tötungsanstalt konnten wir bei Bekannten abgeben. Einen im Dezember gefundenen Husky haben wir in einer Hundepension untergebracht und hoffen, dass wir ihn bald vermitteln können.
SPENDENKONTO: Stimme der Tiere e.V. Konto: 5732326 BLZ: 76050101 Sparkasse Nürnberg Stichwort: „Benajarafe”
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