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Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde!
Fast hätte ich es diesmal nicht geschafft mich auch zu melden. Das vorherrschende Tierelend fordert seinen Tribut. Es muss von früh bis spät geputzt, gefüttert, medikamentiert und organisiert werden. Dazu fast tägliche Tierarztfahrten Wir stellen fest, dass speziell die Katzenproblematik in unserer direkten Umgebung schon etwas abgenommen hat. Wir haben immerhin bis zum heutigen Tag 197 Straßenkatzen kastrieren lassen und an die 100 Babies an liebe Menschen vermitteln können. Ähnlich ist es bei den Hündinnen. In unserer direkten Umgebung konnten wir viele Spanier vom Vorteil der Kastration überzeugen. Natürlich mussten wir die Kosten dafür tragen.
Bei den Jägern, die es hier leider reichlich gibt, beißen wir oft auf Granit. Jagdhündinnen sind besser als Rüden, noch besser sind sie bei der Jagd wenn sie trächtig sind, weil dann der Instinkt die Nachkommen zu ernähren noch ausgeprägter ist. Die Babies werden dann entsorgt.
Ich gehe trotzdem immer wieder zu den Höfen und frage, ob sie ihre Hündinnen kastrieren lassen wollen. In einigen wenigen Fällen hat meine Hartnäckigkeit zum Erfolg geführt. Aber es gibt noch zu viele Höfe wo Jagdhündinnen, bevorzugt Podencos und Pointerhündinnen, ihr Leben lang an kurzen Ketten hängen. Als Unterschlupf dient eine Blechtonne, die im Sommer glühend heiß ist. Sie sind bei mangelhafter Ernährung elend dürr und ständig trächtig, so fristen sie ein schlimmes Dasein. Meist wird ein Junges weiblichen Geschlechts behalten und an einen befreundeten Jäger verkauft und muss dann das selbe erleiden wie seine Mutter.Die überschüssigen Welpen werden entweder umgebracht oder lebendig in Müllcontainer geworfen oder ausgesetzt. Es verlangt ungeheueres Maß an Diplomatie dorthin zu kommen ohne die Beherrschung zu verlieren, besonders dann wenn ich genau weiß, von wem die Podenco-Babies sind, die ich in der Mülltonne gefunden habe. In wochenlanger Tag- und Nachtschicht werden sie dann von mir mit der Flasche aufgezogen. Und dann hängt die Mutter und evtl. eine Schwester von ihnen an der Kette und ist wahrscheinlich schon wieder trächtig. Obendrein ist es sehr schwierig Podencos zu vermitteln wegen des meistens doch sehr ausgeprägten Jagdtriebes. Und an Jäger vermitteln wir natürlich nicht!
Trotzdem komme ich immer wieder dorthin, bringe Wurmtabletten und Mittel gegen Flöhe und Zecken. Manchmal müssen wir sogar ein paar Säcke Futter mitbringen, das wir eigentlich selbst dringend brauchen, weil die Tiere in so erbärmlichen Zustand sind. Auf diese Weise haben wir wenigstens einen Fuß in der Tür und kommen irgendwann vielleicht doch noch zum Erfolg. Ein großer Traum von mir wäre es, für die armen Jagdhunde auf dem Grund der Besitzer Zwinger zu bauen. Weg von den Ketten und entsetzlichen Blechtonnen, mit Sonnenschutz und trockenem Unterschlupf in Hütten während der Regenzeit.
Aber auch auf unserem Grundstück sind weitere Baumaßnahmen dringend nötig. Wir bräuchten unbedingt ein oder zwei extra abgeteilte Zonen für Hundewelpen. Bald täglich erreichen uns Anrufe von Menschen die ausgesetzte Hundewelpen gefunden haben. Bei ungeimpften Tieren ist immer oberste Vorsicht geboten. Wir können sie für ca. 2 Wochen nicht mit anderen Welpen zusammen halten. Über den Sommer könnte das Ganze provisorisch sein, nur Zaun, Hundehütten und - sehr wichtig - Sonnenschutz. Für die ungemütliche Jahreszeit müsste alles natürlich sturm- und regenfest gemacht werden.
Wie bereits erwähnt, hat das Tierelend in unserer direkten Umgebung leicht abgenommen. Jetzt aber kommen die Tiere von etwas weiter her. Und ich finde, dass wir uns auch davor nicht verschließen dürfen. Wir waren auch endlich in der Lage, unsere Kastrationsaktionen auf umliegende Gebiete auszudehnen.
Die Plakataktionen an den Mülltonnen in Benajarafe haben erste Resonanz gebracht. Wir bringen immer an den Containern Plakate an, in denen Hunde- oder Katzenbabies gefunden wurden. Darauf bitten wir, keine Tiere in die Tonnen zu werfen sondern kastrieren zu lassen, kostenlos für den Besitzer! Die Kosten tragen wir von unserem privaten Geld. Die Leute sollen sich mit uns entweder telefonisch in Verbindung setzen oder uns anhalten, wenn sie uns mit unserem Auto fahren sehen. Es funktioniert tatsächlich. Natürlich warten die Täter einige Zeit, bis sie glauben, dass wir sie mit ihrer Untat nicht mehr in Verbindung bringen.
Sie denken jetzt wahrscheinlich, wir könnten bei diesen Vorfällen die Polizei einschalten und Anzeigen erstatten. Weit gefehlt, die Polizei würde gar nicht kommen und eine Anzeige aufnehmen. Es gibt in diesem Land kein Tierschutzgesetz und jeder kann mit seinem Tier machen was er will. Tierschützer werden am ehesten noch geduldet, wenn sie im Verborgenen wirken, nichts an die große Glocke hängen und den Tierfängern und den Gemeinden mit ihren Tötungsanstalten die Arbeit und die damit verbundenen Kosten abnehmen.
Innerhalb der EU ist zwar der Krümmungswinkel von Bananen und ähnlicher Unsinn geregelt, der Umgang mit dem Lebewesen Tier leider nicht.
Es wird ein sehr langer und beschwerlicher Weg sein, bis auf dem Gebiet Tierschutz in Spanien Veränderungen stattfinden.
In dieser Zeit brauchen wir dringend Ihre Hilfe und Unterstützung, sei es finanziell oder dass Sie sich als Spanienurlauber als Flugpaten zur Verfügung stellen.
Im Juni 2004, Ihre Barbara Steppert.
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SPENDENKONTO: Stimme der Tiere e.V. Konto: 5732326 BLZ: 76050101 Sparkasse Nürnberg Stichwort: „Benajarafe”
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