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Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde,
wieder blicken wir auf sehr ereignis- und arbeitsreiche Monate zurück, die uns keine Zeit zum Verschnaufen ließen. Wir sind in der Umgebung bekannt wie „bunte Hunde“ und es wenden sich immer mehr Menschen an uns, die Probleme mit Tieren haben. Deshalb klappt es nie mit unserem Vorsatz, endlich kürzer zu treten, im Gegenteil! Wir haben so viele Hunde wie noch nie, nämlich 47. Dazu kommen noch 20 Katzen und 2 Ziegen. Alles muss täglich versorgt werden, und wir sind doch nur zu zweit. Helfer können wir uns nicht leisten. Da ich auch gesundheitliche Probleme habe, wird mir das tägliche Zwingerreinigen und Wassereimerschleppen zusehends zur Strapaze. Längst müsste ich zu einer ärztlichen Behandlung nach Deutschland, aber ich kann hier nicht weg, wie sollte Reiner dieses Arbeitspensum allein schaffen?
Bisher konnten wir dank unser deutschen Pflegestellen 88 Hunde in gute Familien vermitteln. Erfreulich ist hierbei, dass es doch auch Menschen gibt, die ein behindertes Tier adoptieren. So fand ich im Sommer an einer Autobahn-Tankstelle ein Schnauzerwelpen-Mädchen, das – wie sich herausstellte – 6-fache Bein- und Beckenbrüche hatte. Die Knochen waren bereits falsch zusammengewachsen. Die Kleine durfte auf eine Pflegestelle nach Deutschland ausfliegen und fand sehr schnell eine liebe Familie, die alles für sie tut und wo sie geliebt wird.
Auch unsere große schwarze „Laura“, der ihr Vorbesitzer ein Auge ausgeschossen hatte, fand ein sehr schönes Zuhause bei einer deutschen Familie. Eine sehr schwerhörige, wenn nicht sogar ganz taube Hündin, bereiten wir gerade auf die Ausreise vor. Sie ist bereits adoptiert und wird sehnlichst erwartet.
So hegen wir eine gewisse Hoffnung, dass auch unser beinamputierter Jagdhund (6 Monate alt) „Curro” einmal gut unter die Haube kommt. Er hat sich beim Toben mit seinen Geschwistern das rechte Hinterbein gebrochen und musste operiert werden. Leider gab es eine Infektion und nichts heilte zusammen, so dass zuletzt nur noch die Amputation blieb. Er ist so ein lieber, verschmuster Hund und kommt mit seiner Beeinträchtigung gut zurecht.
Wieder einmal bekamen wir kürzlich eine Hündin ans Gartentor gebunden als wir einige Stunden weg waren. Wer weiß, wie lange sie da hing. Innerhalb von 2 Wochen kamen 10 Welpen an. Den einen 5er-Pack brachten Engländerinnen. Die kleinen liefen ganz alleine an einer viel befahrenen Hauptstraße. Keine Mutter weit und breit und auch kein Mensch. Mit Sicherheit hat sie jemand dorthin gesetzt damit sie überfahren werden. Den anderen 5er-Pack brachten Spanier in einem Eimer zusammen mit der Mutter, die sie kastriert haben wollten, natürlich kostenlos. Über dieses Verhalten bin ich ja schon sehr froh, es zeigt doch, dass unsere verschiedensten Bemühungen langsam auf fruchtbaren Boden fallen. Lieber bezahle ich die Kastration aus meiner eigenen Tasche - und gegebenenfalls mit Ihrer Hilfe – als dass ich die Welpen lebendig in einer Mülltonne finde oder sonst etwas Schreckliches mit ihnen geschieht und die arme Mutter alle 6 Monate gebären muss.
Sogar eine afghanische Windhündin – siehe Foto – haben wir hier. Jemand hat dieses edle Tier haben müssen und dann keine Lust mehr gehabt auf die sehr aufwendige Fellpflege. Sie kam in so verwahrlosten Zustand zu uns, dass wir das gesamte Fell nur noch abschneiden konnten. Auch sie wird bald in ihr neues Zuhause reisen können, sobald Impfungen Bluttest usw. abgeschlossen sind.
Wir haben 37 Hunde kastrieren lassen, die in unserer Obhut waren. Zusätzlich haben wir für 24 Hündinnen aus der Umgebung die Kastration bezahlt. Bei den Hunden können wir leider immer noch keine Verminderung der Population feststellen. Bei den Katzen ist dies uns gelungen durch hartnäckiges, über Jahre durchgeführtes Kastrieren. Dieses Jahr waren es 46 Kastrationen.
Unsere 5 großen, alteingesessenen Hunde haben noch keine ordentliche, winterfeste Unterkunft, nachdem der alte Wohnwagen bei einem Sturm zusammengebrochen ist. Sie haben nur einen großen Unterstand mit Hundehütten darunter, was für die schlechte Jahreszeit absolut nicht ausreichend ist. So leid es mir tut, aber ich habe dafür kein Geld mehr! Mir graust es schon vor den starken Regenfällen des andalusischen Winters, obwohl wir ja eigentlich um jeden Regen sehr froh sein müssen.
Auch bei unserer Tierärztin stehe ich mit einer großen Rechnung im Minus. Unser alter PKW hat, wie lange befürchtet, schlapp gemacht und wir hatten eine Reparatur von 800,-- Euro zu begleichen.
Wie Sie sehen, sind wir um jede Unterstützung sehr froh und bitten Sie um Ihre Hilfe, damit wir uns hier vor Ort weiterhin für so viele Tiere engagieren können.
Bett mit Hunden: Wer den Weg zu uns geschafft hat, braucht keine Angst mehr zu haben!
Zum Schluss etwas sehr Positives: Ein von uns kürzlich vermitteltes Welpenmädchen hat die Welt eines 11-jährigen autistischen Buben so erhellt, dass er das erste Mal in seinem Leben gesprochen hat und seine Worte waren „Lara“.
Benajarafe, 13. November 2007
Barbara Steppert Reinhart Siedersbeck
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