Tierheim in Benajarafe 2009

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde,

Sehr vielen Tieren haben wir in den ersten 5 Monaten dieses Jahres wieder helfen können. So z.B.  36 Hunden durch Vermittlung, wovon 31 Welpen waren. Ungewöhnlicherweise hatten sehr viele der Welpen (11) einen Nabelbruch und mussten alle sofort in Deutschland operiert werden. Diese zusätzliche  Aufwendung war natürlich ein finanzieller Tiefschlag für uns. Aber wir können die armen Tiere ja nicht unversorgt lassen. Für ältere Hunde wird es zusehends schwieriger Familien zu finden. Die meisten möchten Welpen, und die sollen am liebsten klein und wuschlig sein.

Sehr positiv fällt uns auf, dass von Benajarafe selbst kaum noch Tiere kommen. Da haben wir doch durch die vielen übernommenen Kastrationen über die Jahre hinweg schöne Erfolge erzielt. Es wurden keine ausgesetzten Welpen mehr aufgefunden. Somit können wir auch den Tieren in umliegenden Gegenden helfen. Allgemein gibt es nämlich gerade eine richtige "Welpenflut". Das liegt meiner Meinung nach daran, dass es einige große Tierschutzorganisationen gibt (wie z.B. in Marbella), die zwar die finanziellen Möglichkeiten haben und zum Teil sogar über eigene angestellte Tierärzte und Op-Räume verfügen, aber dort werden ausschließlich die Tiere kastriert, die sich in dem jeweiligen Tierheim befinden. Der Bevölkerung wird die Möglichkeit ihre Tiere kostenlos oder zu einem sehr günstigen Preis kastrieren zu lassen einfach vorenthalten. Gerade jetzt, wo sehr viele Andalusier ihre Arbeit wegen des völligen Zusammenbruchs der Baubranche verloren haben ist es den Menschen nicht möglich, die sowieso überzogenen Preise in den Tierarzt-Praxen zu bezahlen. Gibt man aber Hilfestellung, so wie wir das seit Jahren praktizieren, dann klappt das auch ! Unfruchtbar machen hatte für uns von Anfang an die oberste Priorität und bleibt auch weiterhin unser Motto. Alles andere macht wenig Sinn, wenn man das Problem nicht an der Wurzel packt.  

Immer wieder mal gelingt es mir, dass ich die Hündinnen von Jägern zum Kastrieren bringen darf. Sogar von einem "verfeindetem" Jäger durfte ich jetzt überraschenderweise alle 3 Hündinnen operieren lassen. Darauf bin ich sehr stolz und sogar die Tierärzte wundern sich wie ich das schaffe. Denn gerade bei den Jägern herrscht noch immer die Auffassung, dass trächtige Jagdhündinnen noch effektiver  jagen und zum andern sollen die "guten" Hündinnen ja laufend Welpen bekommen in  der Hoffnung, dass die Welpen genauso "gut" werden. Diesen Nachwuchs verscherbeln die Männer dann untereinander. Die nicht schussfesten Welpen werden dann ausgesetzt oder zu mir gebracht. Manchmal muss man sich einfach einige Jahre lang streiten um das gewünschte Ziel zu erreichen.

Diese liebe Hündin lebte mit ihren hübschen Babys auf der Strasse, ca. 30 km von uns entfernt. Sie musste sich ihr Fressen im Abfall suchen und ich frage mich auch, wo ein Tier im trockenen und glutheißen Sommer überhaupt Wasser finden kann. Die Welpen konnten wir bereits vermitteln. Die Mutter hatte sich eine der Mittelmeerkrankheiten eingefangen und ich musste sie erst 2 Monate lang mit Tabletten behandeln. Nun ist sie gesund und kastriert und wird bald auch eine Familie finden. Die Tierärztin stellte bei der Operation fest, dass die kleine Hündin einen sehr großen Uterus hat, was darauf hindeutet, dass das arme Ding schon sehr viele Babys hatte. Bei uns genießt sie ihr Leben, liebt ihr Körbchen und die Ruhe und es gefällt ihr sehr gut versorgt und verwöhnt zu werden. 

Insgesamt haben wir dieses Jahr schon wieder  15  Hündinnen und 2 Rüden aus der Umgegend kastrieren lassen. Zudem bereits 44 Katzen.

Die Kätzinnen waren durch die Bank tragend. Manche von Ihnen  mögen das vielleicht als grausam empfinden. Aber in diesem Land, mit dieser gewaltigen Überpopulation erwartet die jungen Kätzchen kein schönes Leben. Im Gegenteil, nicht geboren zu werden ist schlicht und einfach erspartes Leid. Denn überall, wo zu viele Katzen an einer Stelle sind, gibt es grausame Vergiftungsaktionen und andere Dinge, die ich Ihnen ersparen möchte. Wenn die städtischen Tierfänger einmal da sind, wird auch nicht mehr darauf Rücksicht genommen ob die Tiere kastriert sind oder nicht. 

Leider zeichnet sich noch ein anderes großes Problem ab, das uns sehr belasten wird. Denn immer mehr Engländer müssen aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten Spanien verlassen und zurück nach GB gehen. Viele von ihnen haben im Laufe der Jahre Tiere aufgenommen die sie jetzt nicht mitnehmen können. Es ist immer noch sehr aufwendig und kostenintensiv, Tiere nach GB einzuführen. Die wirtschaftliche Misere begründet sich in dem immer schwächer werdenden Pfund zum starken Euro. Die Rentner bekommen bis zu  1/3  weniger Rente. Diejenigen Jüngeren, die hier gearbeitet haben, haben keine Jobs mehr. Spanien wird von der Krise noch schwerer gebeutelt als manches andere Land.

Bitte unterstützten Sie uns auch weiterhin, denn es gibt so viele schlimme Schicksale hier in Spanien!
Vielen Dank!

Mai 2009                             Barbara Steppert und Reinhard Siedersbeck

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde,

wir blicken wieder auf ein sehr arbeitsintensives Jahr zurück. Manchmal frage ich mich selbst, wie wir dieses Pensum zu Zweit bewältigen. Unser Hauptaugenmerk lag nach wie vor auf den Kastrationen. Bis heute haben wir  54 Hunde, davon 44 Hündinnen und 10 Rüden unfruchtbar machen lassen. Diese stammen zum Teil aus eigenen Beständen, denn alles was bei uns abgegeben wird, wird umgehend operiert soweit vom Alter her möglich. Der andere Teil hat zwar Besitzer, die aber die Kosten nicht tragen wollen oder können. Wir sind aber trotzdem froh um jeden, der die Einsicht hat, dass die Hündinnen kastriert werden müssen und übernehmen die Kosten dann von unserer Rente und Ihren Spenden. Das alles natürlich in der berechtigten Hoffnung, dass die Flut der Welpen dadurch reduziert wird. 

Bei den Katzenkastrationen habe ich in diesem Jahr die absolute Rekordzahl von  149 kastrierten Tieren erreicht. Davon wurde der Grossteil bei den Aktionen von deutschen Tierärzten operiert.

Davon wurde der Grossteil während der Aktionen von deutschen Tierärzten operiert. Alleine bei der letzten Aktion ( die sehr lange war ) von Mitte September 09 bis Mitte Oktober 09 konnte ich  80 Katzen in die Klinik im Hinterland bringen. Das ist natürlich mit sehr viel Aufwand und vielen Fahrten verbunden. Ich fange an sehr vielen verschiedenen Stellen, überall dauert es seine Zeit bis die Katzen in die Falle gehen und dann habe ich noch eine Strecke von 140 Km zu fahren ( hin- und zurück). So lege ich während dieser Wochen einige tausend Kilometer zurück und die Spritkosten trage ich natürlich selbst. Die meisten Tage war ich um die 8 Stunden unterwegs.

Und das alles wo wir bei uns immer an die 30 - 35 Hunde und ebenso viele Katzen beherbergen, die dann von Reiner alleine versorgt werden müssen. Diese vielen Katzen waren aber nicht aus Benajarafe, hier haben wir kein großes Problem mehr aufgrund der jahrelangen kontinuierlichen Kastrationen, sondern ich kann endlich das Einzugsgebiet erweitern, so wie ich das immer wollte. In den umliegenden Gemeinden liegt diesbezüglich noch sehr viel im Argen.

Unser eigener Katzenbestand ist durch die letzte Aktion auch wieder angewachsen. In einer ländlichen Gegend habe ich viele Tiere eingefangen, aber die Senora wollte sie auf keinen Fall nach der OP zurückhaben weil sie ihr lästig geworden sind auf ihrer Terrasse. Zuerst hatte sie 1 Kätzin, in kurzer Zeit sind daraus 16 geworden. Erst hat sie Essensreste rausgeworfen, doch jetzt sollen alle Katzen verschwinden. Ich soll sie doch nach der OP irgendwo im Campo aussetzen oder selbst behalten ! So viele Tiere kann ich aber nicht dazunehmen, das würde für unsere vorhandenen Katzen Stress bedeuten. Normalerweise leben sie ja frei im Campo, können in das Katzenhaus kommen und gehen wie sie wollen. Gerade jetzt aber während der Jagdsaison müssen wir sie Sonntags im Katzenhaus einsperren weil die Jäger sie erschießen würden. Und wenn demnächst das Wetter schlechter wird und die Regenzeit beginnt halten sich die Katzen mehr drinnen auf und das ist dann zu beengt und führt zu Problemen. 5 Stück habe ich dazugenommen, mehr geht nicht mehr. In regelmäßigen Abständen muss ich nun dort vorbeifahren und bei einer Mülltonne in der Nähe des Hauses füttern, da sich die Senora weigert dies weiterhin zu tun. Sobald eine Katze bei ihr auftaucht schnappt sie sich den Wasserschlauch und verjagt sie.

Auch einen kleinen Hund musste ich mit nach Hause nehmen (neben den anderen vielen Hunden, die laufend zu uns kommen). Er lebte schon monatelang unter den geparkten Autos in einer Urbanisation. Manche Anwohner haben ihn zwar gefüttert, aber wenn man glaubt es würde sich jemand erbarmen und ihn bei sich aufnehmen und ihm ein Zuhause geben - absolute Fehlanzeige ! Jedes Mal wenn ich zum Katzenfangen da vorbei kam ist er mir direkt vors Auto gesprungen, gerade so, als ob er gespürt hätte, dass ich mir Gedanken um ihn mache.

Die allgemeine Wirtschaftskrise macht sich leider auch sehr stark bei der Tiervermittlung bemerkbar. Wir konnten zwar 74 Hunde nach Deutschland schicken, aber viele davon sind noch nicht in Familien vermittelt sondern sitzen schon lange Zeit auf den Pflegestellen. Nicht mal die Kleinen werden noch adoptiert. Viele Welpen waren wieder dabei, aber von umliegenden Gemeinden. Zwischenzeitlich sind sie auf den Pflegestellen in das Alter gekommen, wo auch sie kastriert werden müssen. Die Kosten dafür sind in Deutschland noch höher als hier in Spanien. Bevor wir Hunde verschicken können fallen gewaltige Kosten an für z.B. Impfungen, Bluttests, Kastrationen, Futter usw., die allesamt von unserem privaten Geld ( sprich Rente ) getragen werden müssen.

Draussen ist viel Platz....

...im Katzenhaus wird es aber bald zu eng!

Wir haben zwar sehr viel geschafft in diesem Jahr, sind aber finanziell völlig ramponiert und am Ende aller Möglichkeiten angekommen. Nachdem die Tiervermittlung fast auf dem Nullpunkt angekommen ist wäre es nötig, dass wir noch mehr Möglichkeiten schaffen, damit wir überhaupt noch Hunde aufnehmen können. Wir müssten neue Abteile für unsere unvermittelbaren Dauersitzer errichten, d.h., das Grundstück nochmals abteilen, Zäune ziehen, Überdachungen erstellen und Hütten aufstellen. Denn täglich erreichen uns Hilferufe. Die Anzahl  der in ihr Heimatland zurückkehrenden Engländer die hier Tiere aufgenommen haben steigt auch weiterhin.

Ohne Ihre Hilfe schaffen wir das nicht, es ist einfach unmöglich auch diese Kosten noch zu stemmen.

Bitte helfen Sie uns und den Tieren und unterstützen Sie uns weiterhin. Gemeinsam können wir nur hoffen, dass die Zeiten für Mensch und Tier bald besser werden und uns diese schreckliche Wirtschaftskrise nicht mehr so arg beuteln kann. 

Vielen Dank!

Benajarafe, November 2009                                     Barbara Steppert

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Stimme der Tiere e.V.
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Stichwort: „Benajarafe”