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Bei den Katzen tun sich ständig neue " Wespennester " auf, natürlich auch außerhalb von Benajarafe. Ich bin ja immer froh, wenn mich jemand auf Stellen hinweist, wo 20, 30 oder mehr Katzen sind. Trotzdem finde ich es unglaublich, dass da vorher noch nie jemand auf die Idee gekommen ist, dass man da etwas unternehmen muss. Es leben so viele Deutsche und Engländer hier, aber anscheinend ist jeder so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass das Leid der Tiere gar nicht bemerkt oder allenfalls als Belästigung empfunden wird.
Ich hätte noch so viele Katzen fangen wollen für die letzte Kastrationsaktion im Mai, aber die Tierärztinnen haben - zwar sehr gewissenhaft - aber auch sehr langsam operiert. Es kommen noch einmal 2 Tierärztinnen für eine Woche Mitte Juli. Dann ist aber für viele Monate Schluss, weil es im Hinterland einfach viel zu heiß ist. Dort steht die Luft, die Hitze flirrt. Hier an der Küste ist es zu der Zeit dann auch sehr heiß, aber es regt sich ab und an ein Lüftchen, das macht es erträglicher.
Als wir bei den Müllcontainern in dem Nachbardorf Iznate die kastrierten Katzen zurückbringen (gekennzeichnet mit einer Kerbe im Ohr) und die verbliebenen noch nicht Operierten einfangen wollen, kommt ein Spanier mit seinem Auto vorbei und fragt, ob wir einen Hund haben wollen. Hinten in seinem Geländewagen liegt eine mittelgroße schwarzweiße Hündin. Sie gehört ihm angeblich nicht, ist einfach bei seinem Haus aufgetaucht und er kann sie nicht gebrauchen. Wenn wir sie nicht nehmen, fährt er mit ihr irgendwo ins Campo und setzt sie dort aus. Wir glauben ihm seine Geschichte nicht, weisen auch darauf hin, dass Tiere aussetzen illegal ist und bestraft werden kann. Aber, wie immer bei solche Erpressungen, nehmen wir die Hündin. Sie ist völlig verschreckt, kann nicht auf ihren Beinen stehen. Wir vermuten schon, dass sie krank oder verletzt ist und fürchten uns vor einer hohen Tierarztrechnung. Doch innerhalb von ein paar Tagen ist sie zu einem fröhlichen Hund geworden und springt bei meiner Freundin mit den anderen Hunden herum. Das arme Ding war nur total verstört. Gott weiß, was sie schon alles mitgemacht hat.
Am nächsten Tag passiert uns Ähnliches. Wir kommen an einem Haus vorbei, wo ich schon immer fragen wollte, ob die Leute ihre Hunde nicht kastrieren lassen wollen. Jedes Mal habe ich dort viele Hunde gesehen, war aber immer in Eile. Als wir anhalten sehen wir einen Welpen inmitten von Gerümpel und Alteisen. Es ist ein Mädchen. Wir fragen den Mann, aber er will nicht, alle seine Hunde sind Rüden. Er und noch 2 versoffene Gestalten erklären uns, dass sie keine Hündinnen mögen, mit denen hat man ja nur Probleme weil sie ständig trächtig sind und man die Welpen töten muss. Das Welpenmädchen gehört ihnen nicht, war einfach auf einmal da. Wir nehmen sie mit, an diesem Ort blüht der Kleinen mit Sicherheit nichts Gutes. Ein gemeiner Mensch hat ihr auch noch die Rute abgeschnitten. Die 3 Gestalten sind von uns sehr angetan, endlich ist mal was los in ihrem Kaff. Sie laden uns ein mit ihnen in die Dorfkneipe zu kommen. Das lehnen wir ab, uns reicht´s von solchen Menschen.
Es passiert sehr häufig, dass wir mit neuen Tieren nach Hause kommen, wo wir doch eigentlich die Leute von der Unfruchtbarmachung ihrer Tiere überzeugen wollten. Es sind immer solche Fälle, wo wir das Tier zu seinem Schutz sofort mitnehmen müssen. Auf diese Weise gelingt es mir halt nie meinen eigenen Bestand niedriger zu halten.
Bisher habe ich schon 30 Welpen reisefertig gemacht d.h. je 3 Impfungen, mehrere Entwurmungen und je 1 Chip, und auf Pflegestellen verschickt. Da fallen enorme Kosten an. Leider konnte der Grossteil davon noch nicht in Familien vermittelt werden. In Zeiten der Krise ist die Tiervermittlung sehr schwierig geworden. So bleibt mir nichts anderes übrig, als weiterhin gegen Windmühlenbretter anzurennen und zu versuchen, die Tierbesitzer von der Kastration zu überzeugen. Und ich würde mir so sehr wünschen, dass endlich einmal etwas gegen Züchter und sonstige Tiervermehrer unternommen wird. Sogar hier in Spanien gibt es viele Züchter. Das in einem Land, wo jährlich Hunderttausende oder gar Millionen von Tieren in Perreras getötet werden.
Vielen Dank und bitte helfen Sie uns weiterhin bei unserem schwierigen und langwierigen Kampf um Verbesserungen für die Tiere!
Benajarafe, Mai 2010 Barbara Steppert
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