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Sparkasse Nürnberg

Cabo de Palos 2004

Tätigkeitsbericht 1. Halbjahr 2004

Bericht der Hilfsfahrt für das Tierheim in Los Belones/Südspanien

Wie wir in unserem letzten Tätigkeitsbericht Ende 2003 bereits angekündigt hatten, setzen wir unsere aktive Tierschutzarbeit in Südspanien fort. Das Tierheim ist gut 2000 km von München entfernt und wird seit Jahren ehrenamtlich und mit voller Hingabe von Susanne Schimcke und einigen "Ehrenamtlichen" betreut.

Ende April machten Christine Schlicht und ich uns mit einem Transporter einer Mietwagenfirma auf den Weg. Unser erster Stop fand bereits im Schwarzwald statt, wo wir das Fahrzeug bei Freunden bis zur maximalen Belastbarkeit beladen konnten. Diese Freunde hatten über 1 (!) Tonne hochwertiges Futter gesammelt. Leider passte nicht alles in unser Fahrzeug, da wir das Auto schon mit dringend benötigten Hilfsgütern beladen hatten.

Zum Grossteil von uns selbst gekauft waren dies

Mehrfachimpfstoffe, Tollwutimpfungen, Mikrochips, Entwurmungsmittel, Floh- und Zeckenschutz, Aufbaumilch für Hunde- und Katzenbabys, waschbare Hunde- und Katzenbetten, Plastikkragen für frisch operierte Tiere, 13 Transportboxen und jede Menge Medikamente, die in jedem Tierheim gebraucht werden und auch für die allesamt ehrenamtlichen Helfer leicht zu dosieren und zu verabreichen sind.

Wir fuhren natürlich nicht leer nach Hause. Die 4-beinigen Mitfahrer, Hunde und Katzen, sind mittlerweile längst alle vermittelt. Eine erhebliche Erleichterung beim Vermitteln sind vorab per E-mail übersandte Fotos.

Nach Übergabe der Tiere in Deutschland hatten wir wieder Platz im Auto und konnten so den Rest der sensationellen Futterspende aus dem Schwarzwald mitnehmen und einem Verein bei Augsburg übergeben. Hier stand eine Rettungsaktion für Tiere aus einer Tötungsstation in Ungarn an. Das Futter wurde nach Ungarn in ein Tierheim gebracht, welches aus Platz- und Geldmangel die Todeskandidaten aus der Tötungsstation nicht mehr übernehmen konnte.

Sofern es unsere finanziellen und privaten Umstände zulassen, werden wir im Herbst wieder versuchen eine solche Hilfsfahrt, welche ein Budget von etwa EUR 4500.- verschlingt, durchzuführen, und auf dem Rückweg bereits wieder vorab vermittelten Hunden und Katzen den Transport nach Deutschland zu ermöglichen.

Elke Pichler
München, Juli 2004

 

Tätigkeitsbericht 2. Halbjahr 2004

Während der letzten 6 Monate konnten wir das Tierheim von Susanne Schimcke in Cabo de Palos unterstützen und entlasten:

Neben der Übernahme der bedürftigsten Tierheimbewohner durch Flugpaten an den Flughäfen München, Stuttgart und Frankfurt, konnten wir im Juni einer von uns beauftragten Spedition drei Katzenfallen mit nach Cabo de Palos mitgeben. Diese wurden dringend benötigt, da ein großer alter Palmenhain zur Bebauung gerodet wurde. In diesem Palmenhain lebten seit langem verwilderte Katzen, die im Laufe der Zeit auf ca. 200 Tiere angewachsen waren. Diese große Anzahl wurde allerdings erst im Verlauf der Rodung ersichtlich. Je mehr Lebensraum verloren ging, um so mehr irrten die armen Tiere auf der verzweifelten Suche nach Futter und Ruheplätzen in der Nachbarschaft umher. Die Anwohner reagierten nur mit Aggression auf die Tiere. Wochenlang waren die Tierschützer von Cabo de Palos im Einsatz, um die Katzen zu fangen, zum Tierarzt zu bringen, sie kastrieren zu lassen, sie zurückzubringen und dort Futterstellen aufzustellen, da eine Unterbringung dieser besonders scheuen Katzen in die Obhut von Menschen nahezu unmöglich ist. So konnte eine unkontrollierte Vermehrung sowie die verzweifelte Futtersuche in der Nachbarschaft weitgehend vermieden werden

Die kleine MIA wurde im Tierheim abgegeben. Für die Hündin ein großer Glücksfall, werden doch Tiere, die man nicht mehr braucht nach wie vor eher ausgesetzt oder einfach weggeworfen. MIAs ausgeprägte Zitzen gaben Aufschluss darüber, dass sie Welpen haben müsste. Die ursprünglichen Halter machten hierzu aber auch auf Nachfragen der Tierschützer keine Angaben. Am selben Abend riefen diese Leute jedoch an und fragten, ob man nun auch die Welpen haben wolle, ansonsten würde man diese „in die Mülltonne werfen“. Den Anrufern war es natürlich zu viel, noch einmal zum Tierheim zu kommen, also fuhren die Mitarbeiter des Tierheims sofort los, um die seit Stunden unversorgten Welpen abzuholen. Zwei konnten mit viel Pflege und Zuwendung gerettet werden, für das Dritte kam die Hilfe zu spät.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal die Aussage „...die Welpen in die Mülltonne werfen...“ aufgreifen. Dies ist keine Übertreibung oder ein Wortspiel - es ist Realität! Unzählige Katzen- und Hundewelpen sterben täglich einen grausamen Erstickungstod, eingepackt in Müllsäcke und einfach in Tonnen entsorgt. Nur sehr wenige dieser Todeskandidaten können von beherzten Tierfreunden gerettet werden, wenn auch nur aus Zufall. Besonders traurig ist, dass bei vielen Spaniern noch nicht einmal annähernd ein Unrechtsbewusstsein wegen der Tierentsorgung über die Mülltonne besteht.

Kürzlich fand ein Mitarbeiter des Tierheims einen zugebundenen Müllsack in der Tonne neben seinem Haus. Darin lagen fünf stark unterkühlte und unterernährte Welpen und warteten auf den sicheren Tod. Fünf Welpen in solch jämmerlichen Zustand aufzupäppeln und gesund zu pflegen, dies ist ein Vollzeit-Job. Eine ehrenamtliche Helferin des Tierheims übernahm diese Aufgabe und vollbrachte eine echte Meisterleistung: alle fünf Welpen haben überlebt und sind mittlerweile freche Halbwüchsige.

Unter den „Flughunden“ die in den letzten Monaten mit Hilfe von freundlichen Fluggästen in Deutschland ankamen, war auch der damals 7 Monate alte DEXTER. Er wurde in Spanien von einer kurzen Kette befreit, die es ihm nicht einmal erlaubte, sich weiter als 1 m von seinem Kothaufen zu entfernen. DEXTER konnte kaum richtig laufen, seine Muskeln waren wegen der kurzen Kette völlig unterentwickelt. Er wurde in Deutschland erst einmal an eine sehr engagierte Pflegefamilie übergeben. Beim ersten Röntgen stellte der Tierarzt eine schwerwiegende Hüftdysplasie fest, dass DEXTER umgehend operiert werden musste. Wir haben der Pflegefamilie die Übernahme der Operations- und Behandlungskosten zugesagt.

Auch MANU konnte endlich nach Deutschland fliegen. Die Tierschützer, die MANU im Juli retteten waren an seiner Vergangenheit so interessiert, dass sie intensiv recherchierten. Sie fanden heraus,  dass er bereits in einem Vorort von Cartagena aufgefallen war. Dort warf man mit Steinen nach ihm, wann immer sich der scheue Rüde traute, aus seinem Versteck herauszukommen. Später wurde er zusammen mit einer Hündin im Gefolge eines Drogensüchtigen gesehen. Über 6 Monate verlor sich die Spur des Dreiergespannes. Erst als sich Leute beim Tierschutz über das jämmerliche Gebell von Hunden im Nachbarhaus aufregten (nicht sorgten!!) fand man MANU und seine Hunde-Freundin in ihren Exkrementen sitzend, fast verdurstet, völlig unterernährt und auch zu entkräftet um noch scheu oder ängstlich zu sein. Sie hatten sich beide aufgegeben...
Nach intensiver Pflege im Tierheim entwickelte MANU so viel Selbstbewusstsein, dass er nun seine Hunde-Freundin gegen andere Hunde und sogar die zum Putzen in den Zwingern eingeteilten ehrenamtlichen Helfer verteidigte.
So schön die Entwicklung von MANU auch war, in einem Tierheim mit ca. 20 Hunden pro Zwinger allerdings ein untragbarer Zustand.MANU ist mittlerweile gut in Deutschland vermittelt, er ist freundlich und verspielt, gar nicht mehr scheu oder gar aggressiv.

Am 6. November „weihnachtete“ es bereits im Tierheim: Susanne Schimcke drückte Ihre Freude mit diesem Wort aus, als wir die mitgebrachten Hilfsgüter aus dem Transporter entluden: Futter und Transportboxen wurden gespendet, Medikamente, Zecken- und Flohschutz, Impfstoffe, Entwurmungen und Aufbaupräparate für Hunde- und Katzenwelpen haben wir erworben.

Wir helfen so gut wir können und bereiten uns auf unsere Hilfsfahrt im Frühjahr 2005 schon jetzt vor.

Mut und Zukunftsvertrauen gewinnen wir aus der Hilfe und Unterstützung die uns durch Sie zuteil wird.

Elke Pichler
München, November 2004