SPENDENKONTO:
Stimme der Tiere e.V.
Konto: 5732326
BLZ: 76050101
Sparkasse Nürnberg

Cabo de Palos 2005

Tätigkeitsbericht für das erste Halbjahr 2005

Im Februar bekamen wir eine großartige Futtermittelspende: insgesamt 4,5 t Trockenfutter, dessen Verfallsdatum noch nicht mal abgelaufen war, wartete auf Abholung und den Transport nach Spanien. Letzteres gestaltete sich besonders schwierig. Es dauerte lange bis sich eine Spedition fand, die das Futter ins Tierheim nach Cabo de Palos brachte. Sobald der Vertrag unterschrieben war und eine Anzahlung geleistet wurde, begann das bange Warten sowohl am Ort der Abholung als auch im Tierheim in Spanien. Die Tierheimleiterin, Susanne Schimcke, hatte nämlich – in sicherer Erwartung des angekündigten Futters aus Deutschland - ihrem lokalen Futtermittelhändler erst mal keinen weiteren Lieferauftrag gegeben.Schließlich erreichte die letzte Palette Futter Ende Mai das Tierheim. Susanne Schimcke war begeistert: Das Trockenfutter wird von den Tierheiminsassen mit großer Begeisterung angenommen, wohingegen das von ihr in Spanien gekaufte Futter oft liegen bleibt oder gar darauf uriniert wird.

Wir waren froh, dass nun das Projekt "Welpenzwinger" in Angriff genommen wurde, da durch die enorme Ersparnis des aus Deutschland gelieferten Futters endlich die finanziellen Mittel zur Verfügung standen. Durch die Verunreinigung von Vögeln erkranken und sterben immer wieder Welpen an Durchfall, der durch Coccidien verursacht wird. Das provisorisch angebrachte Schutznetz war nicht geeignet, um Verunreinigungen durch Vogelkot zu vermeiden. Die schwachen Körper der mutterlos abgegebenen oder ausgesetzten Welpen haben oftmals keine Chance die Durchfallerkrankung trotz Infusionen zu überleben. Erwachsene Tiere sind widerstandsfähiger.

Jetzt wird der Zwinger mit Fliesen ausgelegt und kann jederzeit mühelos desinfiziert werden. Die schon lange in Spanien erwartete Hilfsfahrt haben Gabi Scharrer und ich erst Anfang Mai verwirklicht. Durch Krankheiten unserer eigenen Tiere waren geplante Termine verschoben worden. Dafür hatten wir um so länger Zeit, die benötigten Hilfsgüter und Medikamente zusammenzutragen.

Im Tierheim wurden wir von allen 2-und 4-Beinern herzlich empfangen. Im Gehege der Galgos befindet sich das "Futterhaus", in das außer unseren Hilfsgütern auch das aus dem Schwarzwald von Familie Hansel organisierte Futter zu stapeln war. Den ungehinderten Zugang konnten wir uns nur durch das Verteilen gespendeter Schweineohren erschleichen. 

Wie sich Susanne Schimcke freute, als nach dem fast einstündigen Entladen des Transporters nun plötzlich diese große metallene Auto-Hundebox sichtbar wurde, die sie sich schon immer so sehr gewünscht hatte! Die von ihr notdürftig verwendeten Plastik-Flugboxen sind unzulänglich und schwer im Fahrzeug zu befestigen. Denn oft wird die Tierheimleiterin gerufen, um ausgesetzte Tiere an der Schnellstraße oder Autobahn einzufangen. Die völlig irritierten Tiere kann sie nun sicher transportieren.

Unsere Rückfahrt nach Deutschland war wie immer bestens organisiert und die Hunde und Katzen die uns begleiteten, wurden von den Pflegeplätzen erwartet. Nur LINDA war nicht für Deutschland vorgesehen - fuhr aber trotzdem mit! Die 5 Kilo schwere Hündin fiel im Tierheim dadurch auf, dass sie nach jeder Hand biss, die ihr ein Halsband anlegen wollte. Susanne Schimcke fand sich schon damit ab, dass die sonst freundliche Hündin bis ans Ende ihrer Tage im Tierheim als Maskottchen bliebe. Das wäre nicht das schlimmste Schicksal, würde sie nicht nachkommenden Hunden den Auffangplatz im Tierheim wegnehmen. Als ich ihre Geschichte hörte war klar, dass wir nur  mit  LINDA abfahren werden: Zuvor nämlich war LINDA von Kindern erst mit Farbe übergossen und dann an einem Baum aufgehängt worden. Eine Tierärztin, der man die total verstörte Hündin brachte, organisierte nach der Untersuchung ihren Transport ins Tierheim.

So telefonierte ich an unserem einzigen "freien" Abend von Spanien aus all unsere Pflegeplätze in Deutschland ab. Dadurch fand sich ein Pflegeplatz für LINDA in Baden-Württemberg. An einem Sonntag brachten wir sie dort hin und bereits am Montag bekam ich diese Fotos von ihr mit strahlend rotem Hunde-Geschirr. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, aber die Hündin lacht!

Es ist uns im letzten Halbjahr wiederum gelungen, die stets zunehmenden Aufgaben so zu lösen, dass wir mitunter selbst über den glücklichen Erfolg erfreut sein konnten – was natürlich durch Ihre Hilfsbereitschaft erst möglich geworden ist; bitte helfen Sie uns auch jetzt wieder!

Elke Pichler
München, Juni 2005
 

 

Tätigkeitsbericht für das zweite Halbjahr 2005

Unsere halbjährige Hilfsfahrt Ende September ins Tierheim „Refugio Los Belones“ verlief wie immer erfolgreich. Wir konnten diesmal einen Dampfreiniger und ein Hochdruck-Reinigungsgerät mit ins Tierheim nach Spanien bringen. Diese Geräte erleichtern das Reinigen der Zwinger und der Transportboxen enorm. Eine Tierschutzorganisation hat uns ein gutes Angebot für 20 gebrauchte Transportboxen unterbreitet, das wir nicht ausschlagen konnten. Auch diese hatten wir eingeladen. Die größte Freude für die Vierbeiner im Tierheim war der restlos aufgefüllte Mercedes-Sprinter mit Futterspenden. Auf unserer Rückfahrt nach Deutschland leisteten uns einige Tiere Gesellschaft. Für alle Geretteten hatten wir bereits im Vorfeld Pflegestellen gefunden.

Diesmal möchten wir Ihnen vom gut funktionierenden Netzwerk des Vereins „Perros Abandonados“ um Susanne Schimcke, der Tierheimleiterin und Vereinsvorsitzenden berichten. Dieser Verein stellt das Fortbestehen des Tierheims „Refugio Los Belones“ sicher.

Der Tierheim-Betrieb, bedingt durch die schlechte Finanzlage, kann nicht mit angestelltem Personal betrieben werden. Daher ist es besonders wichtig, dass das Saubermachen der Gehege und Füttern der Tiere durch freiwillige Helfer 2x täglich garantiert wird. Aufgrund dieser Situation kann nur eine begrenzte Anzahl Tiere im Tierheim selber untergebracht werden. Für weitere heimatlose Vierbeiner stehen einige, fast ausschließlich spanische Tierfreundinnen mit ihren Pflegestellen parat und helfen überall dort, wo die ehrenamtlichen Tierpfleger und die Kapazität des Heimes überfordert wären.

Da sind zum Beispiel Candela, Maria, Mercedes, Isabella und Rosa aus der näheren Umgebung oder Tierfreunde aus Cartagena, Alicante, Barcelona und sogar Madrid. Sie beherbergen zwischen einem und ca. 80 Tieren. Diese Frauen sehen nicht weg, wenn herrenlose Tiere herumirren oder angefahrene im Straßengraben liegen. Bei verfügbarem Platz werden sogar Tiere aus den Tötungsstationen geholt. Sie nehmen diese Tiere auf, bringen sie zum Tierarzt, lassen sie behandeln, impfen und entwurmen und schicken dem Verein „Perros Abandonados“ die Tierarzt-Rechnungen, ein Foto des Tieres und alle Angaben bzgl. Alter, Geschlecht und Größe. Der Verein begleicht die Rechnungen (die wir auch dank Ihrer Spendenbereitschaft mitfinanzieren können), und setzt die Tiere auf die "Tierheim-Warteliste". Da diese Frauen selbst über wenig finanzielle Mittel verfügen, keine Kontakte zu Vermittlern in Deutschland haben und Vermittlungen in Spanien nahezu ausgeschlossen sind, profitieren auch die Pflegestellen von ihrer Zusammenarbeit mit dem Verein.

Candela z.B. (eine der Pflegestellen) hat einen alten Schweinestall angemietet und ausgebaut. Sie kann dort bis zu 20 Tiere vorübergehend unterbringen. Da Candela keine Zustimmung für ihr Engagement von ihrer Familie bekommt (die Arbeit dieser „Pflege-Frauen“ wird nur in ganz wenigen Fällen von den Familien toleriert oder gar unterstützt), finanziert sie die Miete durch Putzen in Privathaushalten.

Glücklicherweise können unter der Woche immer wieder mal Tiere aus dem Tierheim mit Flugpaten* nach Deutschland fliegen. Jeweils sonntags wird dann der Tierbestand im Refugio mit Tieren von der „Warteliste“ (Stand Nov.: 203 Hunde und Katzen) wieder aufgefüllt. Immer ist es ein großes "Hallo", wenn die Damen mit ihren Schützlingen eintreffen. Oft hatten sie diese wochenlang versorgt, jetzt dürfen sie ins Tierheim nachrücken, und von dort aus irgendwann ihre Reise nach Deutschland antreten.

Wir hoffen sehr, auch in einer Zeit in der wir uns alle von Schreckensnachrichten nicht mehr retten können, durch diesen sehr positiven, hoffentlich recht überzeugenden Bericht Ihr Interesse und Ihre finanzielle Unterstützung für unsere Arbeit zum Wohle der Tiere zu gewinnen. Sie können sicher sein, dass jeder Cent zum Wohle der Tiere auch verwendet wird.

So werden wir sicherlich im nächsten Tätigkeitsbericht darüber informieren können, wie mit Ihrer Hilfe auch diese Prüfung hoffentlich erfolgreich zu lösen war!   

Dezember 2005, Elke Pichler