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Tätigkeitsbericht für das erste Halbjahr 2005
Im Februar bekamen wir eine großartige Futtermittelspende: insgesamt 4,5 t Trockenfutter, dessen Verfallsdatum noch nicht mal abgelaufen war, wartete auf Abholung und den Transport nach Spanien. Letzteres gestaltete sich besonders schwierig. Es dauerte lange bis sich eine Spedition fand, die das Futter ins Tierheim nach Cabo de Palos brachte. Sobald der Vertrag unterschrieben war und eine Anzahlung geleistet wurde, begann das bange Warten sowohl am Ort der Abholung als auch im Tierheim in Spanien. Die Tierheimleiterin, Susanne Schimcke, hatte nämlich – in sicherer Erwartung des angekündigten Futters aus Deutschland - ihrem lokalen Futtermittelhändler erst mal keinen weiteren Lieferauftrag gegeben.Schließlich erreichte die letzte Palette Futter Ende Mai das Tierheim. Susanne Schimcke war begeistert: Das Trockenfutter wird von den Tierheiminsassen mit großer Begeisterung angenommen, wohingegen das von ihr in Spanien gekaufte Futter oft liegen bleibt oder gar darauf uriniert wird.
Wir waren froh, dass nun das Projekt "Welpenzwinger" in Angriff genommen wurde, da durch die enorme Ersparnis des aus Deutschland gelieferten Futters endlich die finanziellen Mittel zur Verfügung standen. Durch die Verunreinigung von Vögeln erkranken und sterben immer wieder Welpen an Durchfall, der durch Coccidien verursacht wird. Das provisorisch angebrachte Schutznetz war nicht geeignet, um Verunreinigungen durch Vogelkot zu vermeiden. Die schwachen Körper der mutterlos abgegebenen oder ausgesetzten Welpen haben oftmals keine Chance die Durchfallerkrankung trotz Infusionen zu überleben. Erwachsene Tiere sind widerstandsfähiger.
Jetzt wird der Zwinger mit Fliesen ausgelegt und kann jederzeit mühelos desinfiziert werden. Die schon lange in Spanien erwartete Hilfsfahrt haben Gabi Scharrer und ich erst Anfang Mai verwirklicht. Durch Krankheiten unserer eigenen Tiere waren geplante Termine verschoben worden. Dafür hatten wir um so länger Zeit, die benötigten Hilfsgüter und Medikamente zusammenzutragen.
Im Tierheim wurden wir von allen 2-und 4-Beinern herzlich empfangen. Im Gehege der Galgos befindet sich das "Futterhaus", in das außer unseren Hilfsgütern auch das aus dem Schwarzwald von Familie Hansel organisierte Futter zu stapeln war. Den ungehinderten Zugang konnten wir uns nur durch das Verteilen gespendeter Schweineohren erschleichen.
Wie sich Susanne Schimcke freute, als nach dem fast einstündigen Entladen des Transporters nun plötzlich diese große metallene Auto-Hundebox sichtbar wurde, die sie sich schon immer so sehr gewünscht hatte! Die von ihr notdürftig verwendeten Plastik-Flugboxen sind unzulänglich und schwer im Fahrzeug zu befestigen. Denn oft wird die Tierheimleiterin gerufen, um ausgesetzte Tiere an der Schnellstraße oder Autobahn einzufangen. Die völlig irritierten Tiere kann sie nun sicher transportieren.
Unsere Rückfahrt nach Deutschland war wie immer bestens organisiert und die Hunde und Katzen die uns begleiteten, wurden von den Pflegeplätzen erwartet. Nur LINDA war nicht für Deutschland vorgesehen - fuhr aber trotzdem mit! Die 5 Kilo schwere Hündin fiel im Tierheim dadurch auf, dass sie nach jeder Hand biss, die ihr ein Halsband anlegen wollte. Susanne Schimcke fand sich schon damit ab, dass die sonst freundliche Hündin bis ans Ende ihrer Tage im Tierheim als Maskottchen bliebe. Das wäre nicht das schlimmste Schicksal, würde sie nicht nachkommenden Hunden den Auffangplatz im Tierheim wegnehmen. Als ich ihre Geschichte hörte war klar, dass wir nur mit LINDA abfahren werden: Zuvor nämlich war LINDA von Kindern erst mit Farbe übergossen und dann an einem Baum aufgehängt worden. Eine Tierärztin, der man die total verstörte Hündin brachte, organisierte nach der Untersuchung ihren Transport ins Tierheim.
So telefonierte ich an unserem einzigen "freien" Abend von Spanien aus all unsere Pflegeplätze in Deutschland ab. Dadurch fand sich ein Pflegeplatz für LINDA in Baden-Württemberg. An einem Sonntag brachten wir sie dort hin und bereits am Montag bekam ich diese Fotos von ihr mit strahlend rotem Hunde-Geschirr. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, aber die Hündin lacht!
Es ist uns im letzten Halbjahr wiederum gelungen, die stets zunehmenden Aufgaben so zu lösen, dass wir mitunter selbst über den glücklichen Erfolg erfreut sein konnten – was natürlich durch Ihre Hilfsbereitschaft erst möglich geworden ist; bitte helfen Sie uns auch jetzt wieder!
Elke Pichler München, Juni 2005
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