SPENDENKONTO:
Stimme der Tiere e.V.
Konto: 5732326
BLZ: 76050101
Sparkasse Nürnberg

Cabo de Palos 2006   (Projekt abgschlossen)

Tätigkeitsbericht 1. Halbjahr 2006: Tierheim in Los Belones

Mehr als 250 Hunde auf der Warteliste, jeden Tag neue Fundtiere, Krankheiten, die Hundefänger wieder unterwegs - das war erst der Anfang 2006 für das Tierheim und seine Schützlinge in Los Belones. Trotz großem Engagement und unermüdlichem Einsatz aller Helfer ist die Situation im Tierheim sehr angespannt. Bei weitem kann nicht allen Tieren geholfen werden, die es so dringend nötig hätten. Der Druck ist enorm groß: kann ein Tier nicht sehr zeitnah aufgenommen bzw. untergebracht werden, ist sein Schicksal meist durch Hundefänger, die mit den örtlichen Tötungsstationen zusammenarbeiten, besiegelt. Andy (BILD) zum Beispiel wurde angekündigt, war jedoch am vereinbarten Tag zur Abholung ins Tierheim nicht mehr aufzufinden…

              

                                   Andy

So setzten wir alles daran, unsere Hilfsfahrt im ersten Halbjahr wieder effektiv und so bald wie möglich zu organisieren. Tägliche Abstimmung über mehrere Wochen mittels Telefon und E-Mail mit Susanne Schimcke waren zur Vorbereitung der glücklichen Vermittlungskandidaten, die uns auf dem Rückweg begleiten sollten, notwendig. Mitte Mai verließen wir erstmalig mit zweirestlos bepacktenTransportern Deutschland in Richtung Südspanien. Insgesamt konnten 4 Tonnen Hilfsgüter, wie Trockenfutter, Medikamente, Antiparasitika, OP-Material für die anstehende Kastrations-Aktion, Halsbänder, Leinen, Flugboxen etc. nach Los Belones gebracht werden.

Nach dem Ausladen mussten die Fahrzeuge mit Boxen für die Rückfahrt ausgestattet und vorbereitet werden, es blieb kaum Zeit einmal kurz auszuruhen. Für alle Tiere, die mit nach Deutschland durften, wurden vor/seit Wochen neben der Ausstellung der erforderlichen Begleitpapiere (EU-Haustierausweis und amtl. Gesundheitszeugnis) auch Bluttests, Mehrfachimpfungen und Entwurmungen veranlasst. Die geretteten Tiere begleiteten uns mit der Aussicht auf ein schönes Zuhause und ein Leben ohne Sorge um Futter und Zuneigung, ohne Flucht, Angst, Schmerzen und Gewalt.

Sie erinnern sich an BARTOLO, unser Wildschwein-Sorgenkind: er ist mittlerweile kastriert und ein geräumiges Gehege mit Unterstand konnte dank Ihrer sachgebundenen Geld-Spenden gebaut werden. Lola, seine zweibeinige „Schweine-Mutter“ in Cartagena, bedankt sich ganz herzlich bei Ihnen und auch wir schließen uns an!

 

Im Februar kam ein deutsches Tierärzte-Team zu einer einwöchigen Kastrations-Aktion nach Los Belones, bei der 170 Katzen und 11 Hündinnen unfruchtbar gemacht werden konnten, eine weitere Aktion dieser Größenordnung mit einem anderen Tierärzte-Team ist Ende Juni geplant.

 

Ohne Sie und Ihre Unterstützung wären all die oben genannten Aktionen bei weitem nicht möglich gewesen, es hätte Elend und Tod für viele Tiere bedeutet. An dieser Stelle bedanken wir uns bei Ihnen für Ihr Vertrauen und ihre finanzielle Zuwendungen. Trotz erheblicher privater Mittel, die wir zusätzlich zur Durchführung solcher Hilfsmaßnahmen aufbringen, ist momentan nicht klar, ob, wann und in welchem Umfang wir 2006 noch aktiv werden können. Die Folgen für die Tiere im Einzugsgebiet des Tierheims in Los Belones wären fatal. Die oben beschriebene Hilfs- und Rettungsfahrt schlug inklusive aller Tierarzt- und Medikamentenkosten, Fahrzeugmiete, Maut, Benzin etc. mit ca. 6.500,- € zu Buche.

Wie vielen Tieren wir helfen können, hängt ganz wesentlich von unseren finanziellen Mitteln ab, bitte helfen Sie mit einer Spende!

Mai 2006,  Elke Pichler

Tätigkeitsbericht für das zweite Halbjahr 2006

Im Vertrauen darauf, dass wir auch die 2. Hilfs- und Rettungsfahrt in diesem Jahr schaffen werden, starteten die Vorbereitungen bereits im Juli. Dieses Vertrauen und das daraus resultierende Handeln basierte vor allem auf der Tatsache, dass die erforderlichen Mittel zur Durchführung dieser Tierschutzfahrt nicht nur durch eigenen finanziellen und personellen Einsatz, sondern ebenso über – dringend benötigte – Spenden und Zuwendungen ermöglicht würde. Ende Oktober konnten wir dann ca. 1.200 Kilo Hunde- und Katzenfutter, medizinische Hilfsmittel, 50 Transportboxen und vieles mehr ins Tierheim „Refugio Los Belones“ bringen. Die Hilfsgüter konnten bereits vorsortiert direkt dem Tierheim sowie der Tierärztin und den Auffangstationen übergeben werden.

In den vorausgegangenen Monaten haben wir eine Hundefalle in Deutschland anfertigen lassen und unseren spanischen Tierfreunden geschickt. Zudem schafften wir für die Tierärztin ein Blasrohr zum Betäuben von verwilderten und/oder traumatisierten Tieren an. Beide Methoden kamen schon mehrmals erfolgreich zum Einsatz! Die Falle und das Blasrohr erforderten eine Investition von rund 600,- Euro.

Am Tag nach unserer Ankunft im Tierheim kam morgens - wie verabredet - der örtliche Hundefänger und brachte 12 Hunde. Diese wurden auf unsere Veranlassung und Kosten geimpft, entwurmt und anschließend von den anderen Todeskandidaten getrennt.

Etwa 5 Wochen vor jedem Transport nach Deutschland wird in einem Telefonat mit dem Leiter der Tötungsstation (Perrera) geklärt, welche Größe die Tiere haben dürfen die in deutschen Pflegestellen aufgenommen werden können.

Mit diesen Hunden aus der Perrera, Hunden und Katzen aus dem Tierheim und weiteren Tieren aus drei provisorischen Auffangstationen aus der Umgebung, ging die Fahrt 24 Stunden nach der Ankunft in Los Belones wieder zurück nach Deutschland. Für alle Tiere im Fahrzeug ist die Reise nach Deutschland die letzte Etappe in ihrem alten Leben. Denn dann beginnt etwas ganz Neues und Großartiges: Sie werden endlich geliebt!

Die Zusammenarbeit mit dem Hundefänger gestaltet sich oft konfliktreicher, wie folgendes Beispiel zeigt:
Susanne Schimcke, die Tierheimleiterin, sah an einem Julitag von ihrem Arbeitsplatz aus den Wagen der Hundefänger mit einem Hund in einem der offenen Gitterkäfige vorbeifahren. Sie lief sofort hinterher und erbat die Herausgabe des Hundes. Die Hundefänger berichteten daraufhin, dass sie extra 40 km von der Tötungsstation nach Cabo de Palos gefahren sind, weil sie von einem Gartencenter-Besitzer über einen angefahrenen Hund vor seinem Geschäft informiert wurden. Das Tier lag dort schon seit drei Tagen! Damit sich die lange Fahrt auch lohnt, fahren sie jetzt noch in Ort herum und suchen weitere Tiere. Die angefahrene Hündin gaben sie nicht heraus. Susanne Schimcke rief den Chef der Hundefänger an der bestätigte, dass das Tier erstmal in die Perrera gebracht werden muss, damit der rechtmäßige Besitzer innerhalb von 3 Tagen die Möglichkeit hat, seinen Hund freizukaufen (Unterbringung und Futter in der Perrera). Susanne könne sich demnach erst nach dem Wochenende telefonisch melden und erfragen ob das Tier vom Besitzer abgeholt wurde. Die wichtigste Frage war aber: Lebt die medizinisch unversorgte Hündin mit diesen Verletzungen am Montag überhaupt noch?


BLANCA, die schöne aber durch ihre Verletzungen für jeden Jäger wertlose Jagdhündin lebte noch. Susanne fuhr umgehend los um sie abzuholen und in die Tierklinik zu bringen. Im September konnte BLANCA dann mit Flugpaten nach Deutschland fliegen. Eine Freundin kümmerte sich um ihre Vermittlung in eine Familie. Die temperamentvolle Hündin ist aufgrund des „Autounfalls“ im Juli beim Laufen noch leicht eingeschränkt, was weder sie noch die neuen Halter stört.
So wie BLANCA verlieren tausende spanische Tiere jedes Jahr ihr Zuhause. Laut Statistik wurden im letzten Jahr (2005)  98.000 Tiere ausgesetzt und mehr als 200.000 in Tierheimen und Auffangstationen abgegeben. Spanien ist somit das EU-Land, in welchem die meisten Tiere ausgesetzt und in Tötungsstationen abgeschoben werden.

Trotz des oft übermächtigen Gefühls der Verzweiflung angesichts der vielen schrecklichen Tierschicksale mit denen wir konfrontiert werden, haben wir die Hoffnung nicht verloren und werden auch weiterhin versuchen, stets das Bestmögliche für die Tiere zu erreichen. Diese Verpflichtung ist uns auch durch Ihre Unterstützung auferlegt. Denn es geht nur mit Ihrer Hilfe!

Abschließend Neues von BARTOLO:
Sein gestiegenes Wohlbefinden äußert sich in Unmuts-Taten: Die unterirdisch zu Lolas Haus verlegten Wasserleitungen hat er unlängst frei gegraben und zerstört. Der Tierarzt musste seine Hauer entfernen. BARTOLO ist ein Wildtier, mittlerweile ca. 80 Kilo schwer und hat ein ungestümes Wesen…
Nur die Hunde und Katzen sind völlig furchtlos im Umgang mit ihm.

 

 

 

 

November 2006, Elke Pichler