Mali Losinj  2006

SPENDENKONTO:
Stimme der Tiere e.V.
Konto: 5732326
BLZ: 76050101
Sparkasse Nürnberg

Unsere Hilfe von Dezember 2005 bis Mai 2006

Seit 8 Jahren helfen wir bereits vor allem den Katzen auf der Insel Losinj. Durch uns wurde kontinuierlich jede neue weibliche Katze kastriert. Diesmal musste ich zum ersten Mal dem Tierarzt mitteilen, dass aus finanziellen Gründen ein sofortiger Kastrationsstop stattfinden muss.

Alle unsere Rücklagen sind restlos aufgebraucht. Am 15. Mai bezahlte ich dem Tierarzt die Kastrationen von 51 weiblichen Katzen und 7 weiblichen Hunden, die seit Dez. 2005 bis dahin von ihm durchgeführt wurden. Um unsere Arbeit nicht in Kürze durch unkontrollierte Vermehrung auf den Stand von 1998 zu bringen, müssten weitere Kastrationen so bald als möglich durchgeführt werden. Aber Schulden können wir uns nicht erlauben! Daher habe ich mit dem Tierarzt vereinbart, dass ich ihm mitteile, wann er für uns weiter arbeiten darf. So hoffen wir alle auf Ihre Hilfe. Wir bezahlen den „Tierschutz-Sonderpreis“ von 220 HRK pro weibliche Katze, das sind z. Zt. ca. 30 Euro.

Am 7. Mai haben wir die Tiere gezählt, die Veronika Vidos täglich mit Futter versorgen muss. Es sind 204 Katzen und 9 Hunde. An den Futterstellen sind im Moment alle weibliche Katzen kastriert, mit Ausnahme einiger weniger Herbstkatzen, die noch zu jung waren, aber bald kastriert werden müssen. Immer wieder haben wir auch die Kastrationen von Katzen mit Besitzern bezahlt. Dadurch sind uns eine Unmenge junger Katzen erspart geblieben, die sonst bei Veronika Vidos im Garten entsorgt werden.                    

Veronika Vidos ist bei schlechter Gesundheit und am Ende ihrer Kräfte. Ebenso schaut es schlecht aus mit den Finanzen, die sie täglich für das Futter so vieler Tiere braucht. Vom ortsansässigen Tierschutz bekommt sie monatlich 2000,- HRK, umgerechnet 277,- Euro. Manch tierliebender Tourist gibt noch etwas dazu und manchmal wenn wir etwas übrig haben, dann geben wir auch eine Kleinigkeit. Aber den größten Teil bezahlt sie selbst.

Dieses Jahr muss sie wegen Erreichen der Altersgrenze in Pension gehen und hat dann noch weniger Geld. Vom vielen Benzin und dem Autoverschleiß gar nicht zu sprechen. Da sie auch in der Umgebung Futterplätze hat, insgesamt über 30, braucht sie täglich viele Stunden dafür. Die Zukunft schaut also nicht besonders gut aus und wir sind schon froh, wenn wir das Geld für die notwendigen Kastrationen zusammen bringen.

Nun zu den Hunden: wir bezahlten die Kastration für 7 weibliche Hunde und haben dadurch einige „Welpenproduzenten“ weniger auf der Insel. Weitere 3 weibliche Hunde konnten wir vermitteln.

Während meines Aufenthalts im Mai konnte ich eine in der Natur geborene wilde Hündin einfangen und kastrieren lassen. Ihre Mutter wurde bereits im Februar trächtig eingefangen und konnte gerade noch rechtzeitig kastriert werden. Dafür musste sie allerdings extra aufs Festland zum Tierarzt gebracht werden. Danach kam sie in eine Hundepension und konnte vermittelt werden. Ihre beiden Jungen wurden täglich von Veronika Vidos gefüttert. Durch das Einfangen der jungen Hündin ist jetzt zum Glück das Problem gelöst, dass sich dort die Hunde weiter vermehren. Leider gelang es nicht ihren sehr wilden „Bruder“ einzufangen. Die Einheimischen sind nicht sehr gut auf ihn zu sprechen und wollten ihn schon einige Male erschießen. Er wird zwar weiterhin mit Futter und Wasser versorgt, aber seine Zukunft ist ungewiss.

Wie schnell das Beseitigen von Hunden in Kroatien geht, musste ich am eigenen Leib miterleben. Veronika Vidos erzählte mir von einem kleinen weißen Hund, der schon einige Zeit im Ort Cunski herumläuft. Er kam manchmal zum Fressen, wenn sie dort die Katzen fütterte. Cunski ist ein kleines Dorf und die Menschen sind nicht besonders tierlieb. Es gab schon immer Probleme beim Füttern der Katzen und Ärger wegen schlechter Hundehaltung. So wurde sie von Leuten  aus Cunski angerufen, sie müsse sofort den Hund abholen, sonst würde er umgebracht. Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg um den Hund abzuholen. Ich wollte ihn mit nach Deutschland nehmen, da es keinen Platz für Hunde auf der Insel gibt. Veronika Vidos wohnt mitten in der Stadt und hatte schon 4 Hunde und 21 Katzen bei sich daheim.

Eine Frau erwartete uns bereits ungeduldig und wütend am Straßenrand. Den Termin hatten wir telefonisch vereinbart und die Frau wusste, dass wir sicher den Hund abholen. Der Hund lebte irgendwo am Weg zur Dorfkirche. Wir gingen und suchten ihn, aber er war nicht zu finden. Da entdeckten wir in einem Vorgarten einen großen Blutfleck, dann viele kleine Bluttropfen den Weg hinunter. Wir erfuhren schnell, dass der Hund schon tot war. Jetzt war das ganze Dorf wach, aber keiner interessierte sich für den Hund. Einige Mädchen und ihre Mutter kamen plötzlich die Straße entlang und weinten. Sie suchten alle Müllcontainer nach dem Hund ab, fanden aber nichts.

Sie hatten den Hund auch immer gefüttert und kannten ihn gut. Ohne Hund  – und noch fix und fertig weil wir zu spät kamen – fuhren wir wieder weg. Später erfuhren wir, dass der Hund mit einer Latte von einem Hundehasser, der dort wohnt, erschlagen wurde. Dieser Mann soll so etwas schon öfter getan haben. Eine solche Handlung ist auch in Kroatien verboten, aber es hält sich nicht jeder daran.

Bereits eine Woche später brachte mir der Tierarzt von Mali Losinj einen Hund. Er hatte ihn aus Cunski mitgebracht. Auch der Tierarzt wusste vom erschlagenen Hund, es sprach sich schnell herum. Damit es nicht noch einmal passiert, hatte er ihn gleich mitgenommen. Ich nahm diesen dann mit nach Deutschland als Ausgleich für den anderen. Normalerweise fährt der Tierarzt einen eingefangenen streunenden Hund zum Schinter (Hundefänger) nach Rijeka. Dort bleiben diese Hunde 28 Tage. Sie werden eingeschläfert, falls sie  in dieser Zeit nicht abgeholt oder vermittelt werden.

Laut Aussage von Dolores Stanger vom Tierschutz Lovran soll es ab 1. Januar 2007 ein neues Gesetz geben das das Töten von Hunden und Katzen verbietet. Jede Gemeinde soll verpflichtet werden, eine Unterkunft für diese Tiere zu errichten. Dieses Gesetz wird eingeführt weil Kroatien zur EU möchte. Ob es auch durchgeführt und umgesetzt wird? Hoffen wir es für die Tiere!

Mai 2006                                                 Judith Jantke

 

Unsere Hilfe von Juni bis November 2006

Wir bezahlten die Kastrationen von 12 weiblichen Katzen und 3 weiblichen Hunden. Da es in diesem Sommer ungewöhnlich viele ausgesetzte Hunde auf der Insel gab (einige wurden sogar von Menschen, die auf dem Festland leben, extra auf die Insel gebracht und dort zurück gelassen) bezahlten wir noch die Impf- und Chipkosten von 14 Hunden, die Veronika Vidos retten und vermitteln konnte.

Die Situation der Katzen und Hunde auf der Insel ist schwer und hängt nach wie vor stark von unserer finanziellen Unterstützung ab (siehe oben, dies würde sonst niemand bezahlen!)

Es gibt schon einige tierliebe Menschen auf der Insel, aber Veronika ist die einzige die täglich für die Tiere da ist und ihren letzten Kuna für die Tiere ausgibt. Sie ist leider seit 1. September  in Pension und hat daher jetzt viel weniger Geld. Da bleibt abzüglich für die Benzinkosten (bei täglich mehr als 25 angefahrenen Futterstellen) nur noch wenig übrig für z.B. Autoreparaturen oder gar Futter und Gas. Wie also jetzt die Zukunft aussieht wissen wir nicht. Wir planen nur noch von Monat zu Monat. Hinzu kommt Veronikas schlechter Gesundheitszustand. Wir können nur beten und hoffen, dass sie die 6 – 8 Stunden täglich für die Fütterung der ca. 210 Katzen und 9 Hunde noch lange erbringen kann. Wir können ihr nur finanziell helfen. Die Arbeit muss sie verrichten. Wir werden jetzt so viel Futter wie möglich bezahlen. Inzwischen kann sie es relativ günstig auf der Insel kaufen und muss nicht wie früher aufs Festland fahren. Gerade die harte Winterzeit wird schwer. Wir hoffen, dass die Tiere durch Ihre Unterstützung ohne knurrende Mägen durch den Winter kommen. Bis jetzt waren alle Tiere, die von Veronika Vidos versorgt werden, immer satt gefüttert. Natürlich gibt es auf der Insel auch immer noch viele Tiere, die nicht von Veronika versorgt werden. Sie kann ja nicht überall helfen, diese sind leider schon noch hungrig. Aber durch unsere jahrelangen Kastrationen der Katzen konnte diese Anzahl zumindest reduziert werden.

Im Oktober traf ich alle Katzen und Hunde von Veronika gut versorgt an. Im Sommer ist die Situation auch immer etwas besser. Es gibt Touristen, die Veronika Vidos einiges Futter schenken oder etwas Geld. Manch ein Tourist füttert auch gerade vor den Hotels die Katzen zusätzlich. Manchmal findet Veronika in den Müllcontainern der Hotels auch einige Fleischhappen, die sie noch den Tieren geben kann. Aber im Winter sind die Touristen bekanntlich fort und die Hotels zu. Veronika ist dann ganz allein für die hungrigen Tiere da.

Eine weitere Möglichkeit, die Veronika diese Saison nutzte, ist das Einsammeln von weggeworfenen Pfandflaschen. Davon ernähren sich inzwischen auch viele arme Menschen auf der Insel, die es leider neben den vielen sehr reichen Menschen dort auch gibt.

In Kroatien ist auf jeder Plastik- und Glasflasche oder Getränkedose 50 Lipa Pfand. Mit dem Erlös von 8 gesammelten Stück kann man eine 400g-Dose Katzenfutter bezahlen. Viele Touristen werfen die leeren Flaschen achtlos in den Müll und man entdeckt dann Menschen, die von Tonne zu Tonne gehen und diese durchsuchen. Dies wollte ich Ihnen nur mitteilen um zu zeigen, dass Not erfinderisch macht. Auch ich habe im Oktober Flaschen gesammelt und in Futterdosen umgetauscht.

Neben der Hilfe für Futterkosten werden wir auch weiterhin versuchen für jede neue weibliche Katze/Hund, die bei den Futterstellen von Veronika auftauchen oder von ihr gefunden oder zu ihr gebracht werden, die Kastrationen zu bezahlen.

Es wird schwer werden, eine gute Zukunft zu garantieren, aber mit Ihrer Unterstützung werden wir es schon irgendwie schaffen. Vielen Dank

November 2006                                                Judith Jantke

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BLZ: 76050101
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Stichwort: „Kroatien”