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Unsere Hilfe von Dezember 2008 – Mai 2009
Es wurden 51 Katzen, 12 Kater und 4 Hündinnen kastriert. Außerdem bezahlten wir noch die Impfkosten von 3 Hunden und 3 Katzen. Veronika Vidos bekommt von uns monatliches Futtergeld. Dies reicht aber nie für alles, lindert aber die größte Not. Benzin, Gas, die Kosten fürs Auto bezahlt Veronika sowieso selbst. Bei täglich 30 Futterstellen kommen viele Kilometer zusammen und das Benzin ist teuer.
Unsere Reserven sind jetzt vollständig aufgebraucht. Die Finanzierung des Futters und die der Kastrationen muß aber weitergehen. Veronika füttert etwa 210 Katzen und 13 Hunde. Eine Kastrationspause wäre fatal. Jetzt nach 11 Jahren Arbeit haben wir die Population einigermaßen im Griff. Von selber fragen uns jetzt arme Einheimische, die eine junge Katze oder Hund adoptiert haben, ob wir die Kastrationen bezahlen können. Jetzt haben wir viele Menschen soweit, dass sie auf die Idee kommen, dass die Kastration wichtig ist. So findet Veronika endlich weniger ausgesetzte Katzenbabies auf der Straße. Daher habe ich dem Tierarzt gesagt, er solle weiterhin jede zu ihm gebrachte Straßenkatze auf unsere Kosten kastrieren. Irgendwie werden wir es schon schaffen die Rechnung im Oktober zu bezahlen. Täglich ist Veronika mehr als 8 Stunden unterwegs. Sie muß das schwere Futter und viele Kanister Wasser tragen, oft bei großer Hitze.
Es ist kein Wunder, dass ihre Kräfte langsam schwinden und ihre Gesundheit immer schlechter wird. Aber sie macht dies von Herzen für ihre Tiere. Ich habe ihr versprochen, solange wie sie diese Arbeit körperlich machen kann, für sie zu sammeln um die finanzielle Unterstützung für Futter, Tierarzt usw. zu gewähren um ihr die Geldsorgen zu nehmen. So hoffe ich im Namen von Veronika und den Tieren auf der Insel auf Ihre Spenden.
Veronika kennt alle ihre Katzen, die meisten haben Namen. Wenn eine fehlt ist sie gleich besorgt und fährt die Futterstelle nochmals an. Sie entdeckt jede neu ausgesetzte Katze sofort. Sobald diese sich fangen lässt wird sie zum Kastrieren gebracht. Manchmal funktioniert dies nur mit unserer Katzenfalle. So gibt es an keiner der Futterstellen mehr „Eigenproduktion“. Ab und zu wird die Falle von Einheimischen ausgeliehen die irgendwo in der Stadt Katzen füttern und diese zum Kastrieren bringen wollen. Gerade in der Innenstadt gibt es noch viel zu tun. In diesem Winter, der so kalt wie nie zuvor war, wurden 9 Katzen an den Futterstellen überfahren. Veronika ist sehr traurig darüber. Durch die Kälte waren die Katzen noch hungriger und warteten oft lange am Straßenrand auf Veronikas Auto. Dann passiert es. Katzenhasser bremsen nicht!
Den Ärger und die Beschwerden der Nachbarn über die vielen Katzen und Hunde im Haus von Veronika gibt es leider weiterhin. In der Innenstadt wurden im Mai bereits Katzen an einer Futterstelle vergiftet. Veronika lebt also in täglicher Angst um ihre Katzen. So versucht sie, die Anzahl ihrer Katzen am Haus nicht zu vergrößern. Dies fällt ihr natürlich sehr schwer. Wohin mit all den Katzen? Im Winter, wenn sie das ein oder andere Kätzchen am Straßenrand frierend sieht, dann nimmt sie es natürlich mit heim. Die meisten davon aber hat sie wegen der Nachbarn wieder in die Natur zurückgesetzt. 3 Katzen, bei denen das „Aussetzen“ nicht mehr geklappt hat, weil sie den ganzen Winter über bei ihr im Bett schliefen, nahm ich mit. Die Vierte wurde kurz vor meiner Abreise überfahren. Danke dem Katzenstübchen für die Hilfe. Jetzt warten sie auf ihre Adoption.

Nun zu den Hunden: Im letzten Bericht schrieb ich von Hündin Ara. Sie darf bei Veronika bleiben. Sie hat sich mit ihrer sehr scheuen Hündin Meggi angefreundet. (Diese hatte ich 2006 nach vielen Versuchen einfangen können, siehe Bericht 2006). Die Hündin Spitz, sie sollte 2007 lebendig in einem Sack auf der Mülldeponie verbrannt werden, ist leider gestorben. So hat Ara ihren Platz bei Veronika eingenommen. Außerdem schrieb ich von der Schäferhündin auf der Mülldeponie, der wir nach langem Kampf im Oktober endlich eine Hütte aufstellen durften. Dank Veronikas Beharrlichkeit ist sie jetzt kastriert! Leider ist der Besitzer nach wie vor ein großes Problem und unberechenbar. Täglich muß Veronika dafür kämpfen, dass sie seinen 2 Hunden Wasser und Futter geben darf. Gerade auf der Mülldeponie muß sie durch die Menschen sehr viel ertragen. Ich frage mich oft, warum diese Menschen überhaupt Tiere halten, wenn dann andere dafür sorgen müssen damit sie nicht verdursten und verhungern. Es helfen oft nur geduldige Gespräche. Trotzdem lohnt es sich für jedes einzelne Tier weiter zu kämpfen. In all den Jahren haben wir schon bei vielen Menschen erreichen können, dass sie unsere Hilfe akzeptieren und sie ihre Tiere besser halten.
Hier möchte ich noch die Katze Piera vorstellen: Im Oktober 2008 wurde sie in einem Plastiksack bei Veronika abgegeben, sie hatte 4 gebrochene Beine. Sie konnte sie gesund pflegen, doch fühlt sich Piera in ihrem neuen Zuhause nicht sehr wohl, da sie keine anderen Katzen mag. Darum sucht Veronika noch einen schönen Einzelplatz mit Freilauf für Piera.
Noch eine Katzengeschichte zum Schluß:
Wenn wir nach Losinj fahren wohnen wir immer im gleichen Wohnwagen am Campingplatz. Im letzten Oktober entdeckte ich eine neue schwarze, sehr wilde Katze und begann sie unter dem Wohnwagen zu füttern. Pauline, so nannte ich sie, kam jede Nacht, fraß und verschwand. Als wir heimfuhren war Saisonende. Ich erzählte Veronika von Pauline. Sie fütterte sie 2 Wochen, dann war Pauline verschwunden. Sie kam auch nie zu der von Veronika ganzjährig angefahrenen Camping-Futterstelle. Sicher war sie gestorben, so dachte ich. Im April, als wir abends ankamen und gerade das Auto ausluden, hörte ich ein „Miau“ und etwas Schwarzes saß unter dem Wohnwagen. Es war Pauline! Hungrig und trächtig schnupperte sie an unserem Gepäck. Mit Futter lockte ich sie in meine Hundebox. Der Hunger siegte über die Angst. Gleich am nächsten Tag wurde sie gerade noch rechtzeitig kastriert. Wieder einen Tag später entließ ich Pauline in die Freiheit und dachte, jetzt kommt sie bestimmt nicht mehr in meine Nähe! Aber einige Stunden später war sie schon zurück und wartete unter dem Wohnwagen. Jeden Abend kam sie, wollte fressen und gestreichelt werden. Wenn wir sie nicht hörten, miaute sie laut. Tagsüber war sie im Pinienwald. Pauline ist intelligent, liebt ihre Freiheit über alles, hat kein Vertrauen zu fremden Menschen. Sie würde nie einen Wohnwagen betreten. Mitnehmen konnte ich sie also unmöglich. Sie war wie wild in der Transportbox. Ihr gefällt das Leben in der Natur. Pauline schafft das schon, so dachte ich. Sie hat ja den ganzen kalten Winter ohne Veronikas Futter überlebt. Ich gab also reichlich Trockenfutter, das isst sie am liebsten, bei 2 Campingplatz-Arbeiterinnen ab. Sie kannten Pauline und versprachen mir, sie jeden Abend etwas abseits vom Wohnwagen zu füttern. Zur Sicherheit gab ich ihnen auch Veronikas Telefon-Nummer, wenn es Probleme gibt. Im Winter muß sie dann zur Futterstelle von Veronika, die nicht weit entfernt ist. Wichtig ist, dass sie jetzt kastriert ist, wie alle anderen Katzen dort auch. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Pauline unter dem Wohnwagen schon wartet, wenn ich Ende September wieder komme.
Denken Sie an die Tiere in Kroatien! Vielen Dank für Ihre Hilfe!
30. Mai 2009 Judith Jantke
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