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Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde!
Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung unseres Vereins ,,Stimme der Tiere e.V." habe ich es bereits bekannt gegeben, dass ich als Vorstandsmitglied nicht mehr zur Verfügung stehe. Natürlich werde ich unserem Verein aber weiterhin verbunden bleiben.
Der Grund ist folgender: Mein Lebensgefährte, Reinhard Siedersbeck, und ich haben vor eineinhalb Jahren auf dem spanischen Festland ein 35.000 qm großes Grundstück erworben, um darauf ein privates Tierheim zu errichten. Das Wohnhaus ist im Moment im Rohbau. Wir gehen ganz bewusst nach Spanien, weil dort die Situation für die Tiere (wie in allen süd- und osteuropäischen Ländern) ausgesprochen schlecht ist. Es gibt kein Tierschutzgesetz, jeder kann mit seinem Tier machen was er will, niemand kastriert, tausende von Hunden und Katzen werden grausamst umgebracht. Ganz zu schweigen von dem fragwürdigen Vergnügen - Stierkampf -. In unserer zukünftigen Heimat Andalusien rücken jede Nacht die Tierfänger mit Lastwagen aus und fangen mit Fang-Stangen alle Hunde ein, die auf den Straßen herumlaufen. Auch Hundemütter, am großen Gesäuge eindeutig zu erkennen, die sich auf Futtersuche von ihrem Wurf entfernen, welcher dann elendig zugrunde geht; oder Hundewelpen, die sich aus irgendeinem Grund von der Mutter entfernt haben und ohne diese gar nicht überleben können. Viele Spanier nützen dies, um ihre lästig gewordenen Tiere loszuwerden. Die Lastwagen der Hundefänger verfügen über 2 Etagen, auf welche die eingefangenen Tiere mit den Fangstangen geschleudert und dabei fast stranguliert werden. Dann werden sie bei der örtlichen ,,Perrera“: (Perro = Hund) =Tötungsanstalt abgeladen. Wieder mit der Fangstange herausgezerrt und in völlig verdreckte Zwinger gesteckt. Der Kot liegt darin zentimeterhoch, tausende von Fliegen sitzen darauf. Eventuell vorhandenes Futter wird in diesen Dreck geworfen. Nur die Stärksten erwischen etwas. Jeden Donnerstag ist Tötungstag. Die Hunde bekommen eine Betäubungsspritze und werden in Plastiksäcke gesteckt. Dann werden sie nach Malaga in die Müllverbrennungsanlage gefahren und hineingeworfen. 2/3 der Hunde sind bis dahin wieder bei Bewusstsein und werden bei lebendigem Leib verbrannt! Bei unseren bisherigen Besuchen vor Ort, bei denen wir alle kleinwüchsigen Hunde aus der Perrera mitnehmen durften, haben wir immer wieder festgestellt, dass es sehr viele kleine bis kniehohe, absolut liebe Hunde in dieser Gegend gibt. Zwei der dabei Geretteten haben wir selbst behalten und sind von dem außergewöhnlichen Charme unserer kleinen Spanier restlos begeistert. Viele Familien in Deutschland suchen einen kleinen Hund, klappern viele Tierheime ab (in denen fast nur große Hunde sind) und kaufen dann beim Züchter.
Unser Ziel ist es, mit den örtlichen Behörden so zusammenzuarbeiten, dass kleine bis mittelgroße Hunde direkt zu uns gebracht werden (in der Perrera holen sie sich unter den unhygienischen Verhältnissen unter Umständen erst alle möglichen Krankheiten). Bei uns werden sie gegen Endo- und Ektoparasiten behandelt (entfloht, entwurmt, entzeckt, gebadet usw.), auf die speziellen Krankheiten der südlichen Länder untersucht (Leishmaniose, Filaria etc.), geimpft usw. Erst wenn wir absolut sicher sind, dass sie gesund sind, werden sie vermittelt. Die großen Hunde müssen wir, so hart es ist, ihrem Schicksal überlassen, weil man große Hunde leider nirgendwo mehr vermitteln kann. Langfristig wollen wir erreichen, dass die verbliebenen großen Hunde wenigstens auf schmerzlose, tierschutzgerechte Art eingeschläfert werden. Solche Maßnahmen kosten natürlich mehr Geld und sind in solchen Ländern nur durch langwieriges und hartnäckiges Intervenieren durchzusetzen.
Für Katzen gibt es solche Tötungsanstalten nicht; sie werden meist bei den Müllcontainern, wo sie nach Nahrung suchen, vergiftet. Daher müssen wir sie dort einfangen, kastrieren und erst einmal auf unserem Grundstück ansiedeln. Auch das wird wieder ein langwieriger Prozess werden, durchzusetzen, dass keine Vergiftungsaktionen mehr stattfinden, so dass kastrierte und gekennzeichnete Tiere wieder ausgelassen werden können.
Wir sind zuversichtlich; was inzwischen in Kroatien klappt, wird eines Tages auch in Spanien möglich sein.
Den Kauf des Grundstückes und die Erstellung des Rohbaues haben wir aus Eigenmitteln bestritten. Für die Fertigstellung des Hauses müssen wir eine Hypothek aufnehmen. Unser laufender Lebensunterhalt ist auch aus eigenen Mitteln gesichert. Damit sind aber unsere finanziellen Möglichkeiten ausgeschöpft. Wir bräuchten daher dringendst Unterstützung bei der Erstellung einer kleinen Quarantänestation (unerlässlich in südlichen Ländern), eines Katzenhauses und der Umzäunung des Grundes. (Die Kosten dafür sind natürlich geringer als in Deutschland).
Ohne diese 3 Investitionen können wir nur sehr reduziert Tierschutz betreiben und nur einer viel kleineren Zahl von Tieren helfen. Unser Umzug wird in ca. 3-4 Monaten stattfinden.
In der Hoffnung auf Ihre großzügige Unterstützung verbleiben wir in tierschützerischer Verbundenheit
Barbara Steppert Reinhard Siedersbeck |