Tierhilfe Elke Pichler 2010

SPENDENKONTO:
Stimme der Tiere e.V.
Konto: 5732326
BLZ: 76050101
Sparkasse NĂŒrnberg

TĂ€tigkeitsbericht 1. Halbjahr 2010

Unsere EinsĂ€tze und Auslandsfahrten werden jeweils so genau wie möglich geplant und abgesprochen. DarĂŒber hinaus veranlassen wir die Auslieferung von Futter- und Hilfs-Lieferungen per Spedition ganzjĂ€hrig zu Terminen zwischen den Hilfsfahrten. Dorthin, wo es am meisten „brennt“. Bereits im Februar 2010 waren auf diesem Wege 1 Tonne Hunde- und Katzenfutter und 10 Plastik-Hundebetten nach Spanien und Italien verschickt. Unsere Freunde aus dem Erdbebengebiet in den Abruzzen konnten weitere 400 Kilo Tierfutter direkt bei uns in MĂŒnchen abholen.

Im MĂ€rz waren wir auf Gran Canaria. Wir sorgten fĂŒr die Kastration von 20 Katzen und verteilten Entwurmungsmittel sowie Floh- und Zeckenschutz fĂŒr die SchĂŒtzlinge von Frau Groos in Maspalomas und Stefan am Stausee von Soria. Des Weiteren hatten wir auch eine Menge Medikamente, Microchips und Transportboxen im GepĂ€ck.
Stefan ist arbeitslos und lebt abgeschieden und sehr bescheiden seit vier Jahren auf ca. 700 Metern Höhe in den sĂŒdlichen Bergen Gran Canarias. WĂ€hrend der verheerenden WaldbrĂ€nde im Sommer 2007 rettete Stefan vielen Katzen das Leben. Die meisten Tiere blieben nach der intensiven Betreuung bei ihm und inzwischen haben sich weitere Katzen in seiner Unterkunft angesiedelt. Er versorgt mittlerweile ca. 50 Tiere, was nicht nur sehr teuer sondern auch sehr beschwerlich ist. Denn jede Dose Futter, jeden Sack Trockenfutter muss  Stefan im Rucksack ĂŒber unbefestigte Wege 45 Minuten bergauf schleppen. NĂ€her kann man mit dem Auto nicht an seine Unterkunft herankommen. Wir unterstĂŒtzen Stefan finanziell so gut es uns möglich ist. Stefans Katzen sind alle kastriert.

Die inzwischen 77-jĂ€hrige Adelheid Groos lebt im Touristenzentrum Maspalomas. Sie kĂŒmmert sich dort seit annĂ€hernd 20 Jahren erfolgreich und kompetent um die Kastration von Katzen, die Errichtung und Betreuung von FutterplĂ€tzen und FutterhĂ€uschen fĂŒr frei lebende Katzen und jene, die sich in kooperierenden Bungalowanlagen bzw. Hotels angesiedelt haben. Aufgrund des regelmĂ€ĂŸigen FĂŒtterns an diesen Futterstellen, betteln die Katzen nicht mehr anderenorts um Futter, sie werden somit auch nicht mehr verjagt sondern gewinnen Zutrauen und man kann sie bei Krankheit, zum Entwurmen oder zum Impfen leicht einfangen und entsprechend behandeln.

Vier Wochen spĂ€ter waren wir auf einer Hilfsfahrt in Norditalien. Stefania, MitgrĂŒnderin des Vereins „Mille Vite“ (Tausend Leben), die in Zeme ein Asyl fĂŒr Katzen betreibt, freute sich riesig ĂŒber das Futter und die diversen Hilfsmittel. Unter anderem pflegt sie in einem separaten Raum 16 ehemalige Labor-Katzen, die mit mehr als 100 Leidensgenossinnen befreit werden konnten. Alle Katzen vegetierten in der UniversitĂ€t von Pisa einzeln in nur 60 cm langen Gitter-KĂ€figen, weshalb es ihnen nach ihrer Rettung erst einmal unmöglich war, richtig zu laufen. Sie sind zu Versuchszwecken bereits als Katzenkinder mit dem FIV-Virus infiziert worden. Nur einigen wenigen war dies erspart geblieben, da sie als Vergleichsgruppe zu den FIV-infizierten Katzen dienen sollten. Die Tiere wurden nicht kastriert, was bei ihrem Leben im KĂ€fig auf die Dauer zu schweren Gesundheitsstörungen fĂŒhren mußte. Viele hatten Krankheiten jeder Art, die nicht behandelt wurden, einige waren durch chronische OhrenentzĂŒndungen taub geworden. Fast alle Katzen waren total verĂ€ngstigt und gerieten in Panik, wenn man sie auf den Arm nehmen wollte, was sich durch Stefanias liebe- und aufopferungsvolle Pflege lĂ€ngst gegeben hat.

Ende Mai besuchte ich vier Auffangstationen in Spanien. Die Wirtschaftskrise bewirkt auch im Tierschutz ernstzunehmende VerĂ€nderungen. Die Arbeitslosigkeit liegt in Spanien bei fast 20% und so werden immer mehr Tiere ausgesetzt, immer weniger Tiere werden kastriert oder in NotfĂ€llen tierĂ€rztlich behandelt. Auch werden zunehmend mehr Haustiere nach schwersten Misshandlungen, in hilflosem, schon halb verhungertem Zustand, oder verletzt und achtlos im Straßengraben liegend (nach ZusammenstĂ¶ĂŸen mit Fahrzeugen) aufgefunden. 

Hier nur zwei Beispiele, stellvertretend fĂŒr unzĂ€hlige andere:

Die 4-jĂ€hrige HĂŒndin LINDA sollte aufgrund eines Hautpilzes in die Tötungsstation gebracht werden. „Linda hat einen Hautpilz und unsere Kinder sollen sich nicht anstecken“ – so einfach löst man ein (medizinisches) Problem! In der Auffangstation meiner Freunde wurde LINDAs Pilz wirksam behandelt und mittlerweile konnte ich LINDA mit nach Deutschland bringen. Sie lebt bis zur Vermittlung in einer Pflegefamilie.

Das Schicksal von EMMA ist tragischer: Zuschauer sahen tatenlos zu als der nur zwei Monate alte, kleinwĂŒchsige Mischling von Kindern als Fußball missbraucht wurde. Der quirlige, noch immer lebensfreudige Welpe wird nie wieder selbstĂ€ndig laufen können, denn EMMA erlitt damals schwerste Verletzungen. WirbelsĂ€ulenbeschĂ€digung und LĂ€hmung der Hinterbeine werden trotz der langdauernden und aufwĂ€ndigen Behandlung bleiben. Inzwischen ist EMMA immerhin schmerzfrei.

LINDA

EMMA

Unsere Hilfe und tatkrĂ€ftige UnterstĂŒtzung ist mehr gefordert als je zuvor.  Denn Tierschutz ist lebensbejahend - im besten Sinne!
Die in uns gesetzten Erwartungen erfordern einen erheblichen Aufwand an Idealismus, Kraft, Zeit und Geld. Bitte unterstĂŒtzen Sie uns durch Ihre hilfreiche Spende!

MĂŒnchen, Juni 2010                                 Elke Pichler

SPENDENKONTO:
Stimme der Tiere e.V.
Konto: 5732326
BLZ: 76050101
Sparkasse NĂŒrnberg
Stichwort: „Tierhilfe
Elke Pichler”