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Hilfsfahrt vom 23. -26.3.2000 nach Kroatien, Insel Losinj
Ende März unternahmen wir unsere 2. Hilfsfahrt zu Veronika Vidos. Wir konnten 240 große Dosen Katzenfutter, 50 kg Nudeln, Sonnenblumenöl, Vitamine, Flohmittel, Putzmittel und einige Medikamente sowie etwas Kleidung für Veronika mitbringen. Bei Veronika im Haus lernten wir bereits die erste Kandidatin für die Rückreise kennen, eine ca. 3 Monate alte, wahrscheinlich sogar reinrassige Dalmatinerhündin. sie war bereits seit 2 Wochen alleine auf der Straßen unterwegs und hatte großes Glück, bei Veronika unterzukommen, bevor sie der Tierfänger entdeckte. Wie sich später herausstellte, ist sie leider taub, was wohl auch der Grund war, warum sie ausgesetzt wurde. Aber auch ein tauber Hund kann gut zurecht kommen, wenn er zu lieben Menschen kommt, die ihm helfen.
In einem früheren Bericht von Judith Jantke schrieb sie schon einmal von einer völlig abgemagerten Schäfermischlingshündin „Astra“, die ihr ganzes Leben an der Kette hängt und nur sporadisch Futter und Wasser bekommt. Ihr Besitzer, der Dorfpolizist1 hat immer sehr aggressiv reagiert und war stets der Meinung, dass er mit seinem Hund machen kann was er will. Er hat gedroht, die Hündin zu erschießen. Unser Vorstandsmitglied Irmgard Ganser war im Februar zusammen mit Judith Jantke vor Ort und hat Veronika einen Extra-Geldbetrag überlassen, damit sie Astra versorgt. Für Veronika war es nicht ganz einfach, weil sie einen steilen Abhang hinuntersteigen musste mit ihren kaputten Knien. Veronika hat jedoch immer wieder mit dem Polizisten und seiner Frau verhandelt, dass die Hündin mit nach Deutschland kommen darf. Zwischenzeitlich war die Ehe des Polizisten in die Brüche gegangen. Er wohnt nicht mehr dort und seine Frau war froh, dass wir Astra mitnehmen. Außerdem nahmen wir einen jungen, sehr verschreckten Cocker-Spaniel aus Veronikas Nachbarschaft mit, der sehr schlecht gehalten wurde. In einer Pappschachtel im Fußraum reisten noch 2 wuschelige weibliche Welpen mit.
Astra darf nach ihrem 8jährigen Martyrium als Kettenhündin ihr restliches Leben auf einem privaten Pflegeplatz verbringen. Sie wurde gleich zum Sterilisieren gebracht. Dabei stellte sich eine grausame Wahrheit heraus. Sie war bereits trächtig und hat aufgrund ihrer Mangelernährung ihre 5 oder 6 Jungen im Mutterleib förmlich absorbiert. Der behandelnde Tierarzt hat schon gehört, dass es so etwas gibt, aber es selbst während seiner Tätigkeit noch nie erlebt. Astra hat sich trotz allem sehr gut erholt und wird jetzt richtig frech. Sie hat einiges nachzuholen.
Barbara Steppert und Reinhard Siedersbeck
Der Tierarzt kam von April bis Juni dreimal vom Festland auf die Insel und konnte dank IHRER SPENDEN, DIE WIR AUCH WEITERHIN DRINGEND DAFÜR BRAUCHEN, insgesamt 23 weibliche Katzen und 3 weibliche Hunde kastrieren. Eine weibliche Katze kostet DM 65,--.
In Kroatien wird alles noch teuerer, der Benzinpreis wurde um 30 % erhöht und Veronika Vidos kämpft weiter, ihre Katzen ernähren zu können. Bei meinem mehrwöchigen Besuch im Juni konnte ich ihr wieder einiges an Futter mitbringen. Der momentane Stand an täglich zu fütternden Katzen verteilt sich auf 19 Futterstellen und liegt bei über 140 Katzen. Auch wenn unser Verein wieder zahlreiche junge Katzen übernommen hat und alle neuen Katzen in den letzten Monaten kastriert wurden, so wurden allein während meines Aufenthaltes bei Veronika Vidos direkt oder an den Futterstellen insgesamt 4 Katzenmütter, 1 Kater und 23 Katzenbabies ausgesetzt. So möchte man glauben, es wäre ein Fass ohne Boden. Aber durch unsere Hilfe „Kastrieren und Übernahme von jungen Katzen“ werden die Bestände an den Futterstellen kleiner. Das hat zur Folge, dass keine großen Vergiftungsaktionen mehr von der Stadt seit Beginn unserer Hilfe 1997 durchgeführt werden. Allerdings hat Veronika Vidos ihr „Futtergebiet“ ausgedehnt. Daher legt sie viele km zurück und braucht jetzt noch mehr Benzin.
Inzwischen ist es so, dass V. Vidos und die vielen kastrierten Katzen dort auf die Hilfe unseres Vereins angewiesen sind. Schließlich muss nach der Kastration auch die Fütterung garantiert werden. Wir haben auch erreicht, dass es an den Futterplätzen zu 90 % keine Eigenproduktion mehr gibt. Herzlichen Dank im Namen der Katzen für Ihre Hilfe!
Etwas Positives gibt es noch: Der Amtstierarzt auf der Insel fragt inzwischen bei Veronika Vidos an, wenn er von Privatpersonen einen Hund einschläfern soll, ob es eine Möglichkeit für eine Vermittlung gibt. So konnte Veronika Vidos im Juni jedenfalls 2 Hunden das Leben retten. Vielleicht der Beginn von Zusammenarbeit?
Juni 2000
Judith Jantke 2.Vorsitzende
Unsere Hilfe für Katzen und Hunde von Frau Veronika Vidos im Zeitraum von August-November 2000:
Während meines 2monatigen Aufenthaltes und Mithilfe in Mali Losinj konnte Frau Vidos insgesamt
25 Katzen an Tierfreunde vermitteln 3 Hunde aufnehmen und vermitteln 3 Katzenbabies mußten eingeschläfert werden 9 Katzen starben bei ihr an Krankheiten 2 Katzen wurden überfahren.
Mit Hilfe Ihrer Spenden konnten wir 24 weibliche Katzen 2 weibliche Hunde 1 Kater kastrieren lassen.
   Außerdem übernahmen wir die Impfkosten von zahlreichen Katzen und Hunden. Dank der Hilfe einiger Tierfreunde und Mali-Losinj-Urlaubern aus Deutschland und Österreich konnte Frau Vidos auch sehr viel Futter und Nudeln für die Katzen gebracht werden. Ebenso konnten wir zweimal nach Triest fahren und billiges Futter und Nudeln einkaufen. So hat Frau Vidos jetzt zumindest einen Futtervorrat bis Ende des Jahres erhalten. Auch das war nur möglich Dank Ihrer Spenden.
Die aktuelle Situation: Frau Vidos hat bei sich im Haus ca. 30 Katzen, davon viele kränklich oder behindert. Bei ihrer Freundin, die die morgendliche Futterrunde mitfährt, sind momentan 14 Katzen untergebracht. Weiterhin versorgt Frau Vidos 19 Stellen in der Natur mit weiteren ca. 110 Katzen. Diese sind in Mali Losinj, Poljana, Cunski und Artatore. Weiterhin füttert sie noch 3 Kettenhunde. Die Haupthilfe für die Katzen besteht darin, dass immer alle neuen weiblichen Katzen an den Futterplätzen eingefangen werden, dann kastriert und dort wieder ausgesetzt werden. So gibt es jetzt keine ,,Eigenproduktion" mehr. Sie sorgt dann dafür, dass auch diese Katzen regelmäßig gefüttert werden. Der Tierarzt aus Rijeka kommt nach wie vor wenn wir ihn anrufen extra auf die Insel. Wir müssen ihm dann mindestens 10 Katzen bringen, damit es rentabel ist. Unser Sonderpreis von ca. 65,-- DM pro weibl. Katze besteht immer noch. Er macht seine Arbeit sehr gut.
Auch wenn unsere Hilfe sehr wenig aussieht, so hat sich doch der Katzenbestand durch die vielen Kastrationen in den letzten 3 Jahren drastisch reduziert. Es gibt viel weniger junge Katzen und Hunger leiden muss keine mehr. Seit Beginn unserer Hilfe wurden keine Vergiftungsaktionen von Katzen mehr durchgeführt. Natürlich werden manchmal schon kastrierte Katzen überfahren oder von Hunden gejagt und getötet.
Diese ganze Arbeit ist doch ein Erfolg! Trotzdem brauchen wir weiterhin auch Spenden für Futter und Kastrationen, denn es werden immer wieder neue Katzen von den Einheimischen an den bekannten Futterstellen ausgesetzt. Während meines Aufenthaltes wurde auch ein junger Hund Frau Vidos mit einem Strick um den Bauch an die Tür gebunden.
Wir konnten auch schon zahlreiche weibliche Hunde kastrieren lassen. Es ist für mich immer wieder schön, wenn ich einige davon im Ort wiedersehe. Auch das hat wieder viel Tierbestand verhindert und gibt einem neue Kraft, zum Beispiel nach einem so schlechten Erlebnis wie folgendem: Eines Sonntagmorgens fuhr ich mit der Freundin von Frau Vidos die morgendliche Futter-runde, ca. 2 Stunden an 11 Stellen. Als wir an der Fischhalle vorbeigingen, bei der sich außerhalb vom Ort in der Frühe die Lieferanten treffen und immer zahlreiche Männer (alle mit Handys und Auto) rumstehen, bemerkte uns einer der Männer, wie wir mit einem Futtereimer in der Hand vorbeigingen und rief folgendes der Freundin von Frau Vidos zu: ,,Schauen Sie mal neben den Müllcontainer, da krepiert gerade ein Hund. Er liegt dort schon einige Stunden". Ich rannte sofort hin und sah die blutüberströmte zitternde Hündin mit aufgeschlitzten Hinterbeinen. Ich war schockiert. Wie konnten all die Männer nur so herzlos sein und zuschauen, wie die Hündin elendiglich stirbt, ohne sich um sie zu kümmern. Wahrscheinlich musste ich dem Mann noch dankbar sein, dass er sich die Mühe gemacht hat, mir dies überhaupt mitzuteilen. Ist ja nur irgendein Köter der dort liegt! Als ich den schwerverletzten Hund in ein Handtuch gewickelt zu meinem Auto trug, schauten alle nur teilnahmslos zu der verrückten Deutschen, die sich noch die Mühe machte, den sterbenden Hund zum Tierarzt zu bringe, den die Freundin von Frau Vidos mit dem Handy eines dieser Männer angerufen und am Sonntag in die Praxis bestellt hatte. Leider war dieser Hund nicht mehr zu retten, aber er konnte nach stundenlangem Leid zumindest von den Schmerzen erlöst werden. All das hätte Stunden früher geschehen können. Ich habe bis heute noch nicht die Denkweise dieser herzlosen Männer begreifen können. Trotzdem machen wir weiter mit unserem Kampf für die Tiere. |